Natürlich hatte ich von dem Film gehört. Mich interessieren Spital-/Gesundheitsthemen aber weniger, auch weil meine mitteilungsfreudige Mutter sich etwas zu sehr damit befasst.
Der Film wurde aber teilweise im Bruderholzspital bei Basel gedreht. Das ist nicht nur in meiner Nähe, sondern auch der bevorzugte Freizeitort meiner Mutter, an den ich sie schon öfters begleitet habe. Da war ich dann doch neugierig (und habe den Ort vor allem in den Aussenszenen erkannt).
Er hat mich berührt.
Nicht, weil ich das Gefühl hatte, einer echten Pflegeschicht zu folgen. Zwar ist die Darstellerin wirklich in der Rolle aufgegangen, ich habe bald vergessen, dass sie spielt, aber der Spielfilmcharakter bleibt präsent, v.a. durch die Szenen mit dem Privatpatienten und seiner Uhr. Zuletzt folgt im Bus ja noch ein fantastisches Element.
Hier wurden aber auf berührende Weise Hilfsbedürftigkeit, die Schönheit des Helfens und die Kraft des Handwerks dargestellt. Natürlich auch die Wichtigkeit des Pflegeberufs, aber das stand für mich nicht mal im Vordergrund. Und es wurde der Wunsch geweckt für mehr Verständnis für seine Mitmenschen, nicht nur in der Pflege. Weiss man, was das Gegenüber gerade durchmacht oder erlebt hat?
Dafür bin ich dem Film dankbar. Und ich empfehle ihn natürlich meiner Mutter.
SPOILER:
Es ist anzunehmen, dass die ältere Frau im Bus diejenige ist, die während der Schicht gestorben ist. Die versöhnliche Geste zwischen den beiden Frauen steht für Absolution, für das Abschliessen Können.