„Deva“: Zwischen Schuld und Gerechtigkeit
Deva ist ein ambitionierter Thriller, der sich auf die Schultern seines Hauptdarstellers stützt – und dieser trägt ihn mit beeindruckender Wucht. Shahid Kapoor verkörpert Dev Ambre, einen von inneren Dämonen getriebenen Cop, mit einer rauen Intensität, die fasziniert und gleichzeitig verstört. Seine Reise durch ein fragmentiertes Ich, das zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt, verleiht dem Film eine spannende emotionale Tiefe.
Regisseur Rosshan Andrrews inszeniert seinen eigenen Stoff (Mumbai Police aus dem Jahre 2013) neu, diesmal für das Hindi-Publikum – und liefert dabei stilistisch stark ab. Die Kameraführung von Amit Roy fängt Mumbais Düsternis ebenso kraftvoll ein wie die Zerrissenheit seiner Hauptfigur. Der Schnitt von A. Sreekar Prasad sorgt für ein durchweg straffes Tempo, auch wenn die zweite Hälfte inhaltlich gelegentlich ins Stolpern gerät.
Die Schwächen liegen vor allem im Drehbuch: Es will mehr erzählen, als es letztlich kohärent auflöst. Die narrative Komplexität wird nicht immer elegant gehandhabt, und besonders der geänderte Showdown gegenüber dem Original wirkt bemüht und verliert an emotionaler Schlagkraft. Dennoch bleibt Deva ein sehenswerter Film, nicht zuletzt wegen seiner starken Besetzung und der ungeschönten Auseinandersetzung mit moralischer Ambivalenz im Polizeiapparat.
Mit Pooja Hegde als kritischer Beobachterin und Pavail Gulati als charismatischem Opfer entsteht ein dynamisches Ensemble, das die dichte Atmosphäre glaubwürdig trägt. Auch der Soundtrack – teils von Jakes Bejoy, teils von Vishal Mishra – unterstützt die emotionale Spannung ohne aufdringlich zu werden.
Deva ist kein Meisterwerk, aber ein mutiger Genrebeitrag, der Fragen nach Identität, Schuld und Reue aufwirft. Die Erinnerungen mögen lückenhaft sein – der Eindruck, den Shahid Kapoor hinterlässt, ist es nicht.