Da sie bereits von Natur aus grobschlächtig gezeichnet sind, bieten sich Krokodile und Alligatoren hervorragend für Tierhorror an, zumal sie per Computer definitiv leichter in Szene zu setzen sind als etwa Alpakas, welche überdies nur selten zur Bedrohung mutieren. Die Geschichte selbst wirkt indes so routiniert wie vertraut.
Eigentlich wollten Kyle und ihre Freunde die Asche ihres verstorbenen Bruders an einem besonderen Ort verstreuen, doch das kleine Flugzeug muss kurz nach dem Start eine Bruchlandung vornehmen. Im weitläufigen Sumpfgebiet Louisianas muss sich die kleine Gruppe kampflustigen Alligatoren stellen, die nach dem Konsum von Drogen besonders aggressiv drauf sind…
Bereits nach weniger als vier Minuten ist die Ursache für die Mutation klar, als die DEA eine geheime Station in den Sumpfgebieten stürmt, während jemand in seiner Not noch ein ominöses Fass ins Wasser kippt. Danach konzentriert man sich relativ kurz auf die überschaubare Gruppe, wobei es ja immer mindestens einen Querulanten gibt, aber auch jemanden, der aufgrund eines Traumas ein gewisses Überlebenspotenzial mitbringt.
Das Sumpfgebiet wirkt authentisch, der Score schürt eine allgegenwärtige Bedrohung, nur die Angreifer lassen sich nur allzu selten blicken. Zwar sind die Viecher ganz ordentlich in Szene gesetzt, doch die damit einher gehenden Gewalteinlagen tendieren bis auf eine Enthauptung gegen Null, mal abgesehen von kleineren, überraschend schnell versorgten Wunden.
Natürlich schleichen sich rasch einige irrationale Verhaltensweisen ein und nicht zuletzt könnte man ein Gebäude auch umrunden, anstatt mitten drin über schlafende Alligatoren zu stiefeln.
Überraschungen sollte man bei alledem keine erwarten, selbst die Reihenfolge der Ableben ist weitgehend erahnbar. Dort, wo die Individuen früher noch ein „Lasst mich zurück, vielleicht schafft ihr es ohne mich“ von sich gaben, ist es mittlerweile Brauch, sich still und wortlos zu opfern, obgleich die Person durchaus Überlebenschancen gehabt hätte. Immerhin gibt es mit Alligator Christina sogar so etwas wie einen Endgegner, der zuvor allerdings nur eine vage Erwähnung fand.
Darstellerisch rangiert die Chose zwischen ordentlich bis gerade mal anwesend, wogegen Kamera und Schnitt sauber arbeiten und die Stimmung im Sumpf effektiv einfangen wird.
Etwas mehr Originalität hätte der Erzählung nicht geschadet und die Sympathiewerte einiger Figuren fallen nicht allzu hoch aus, doch unterm Strich erhalten Tierhorrorfreunde einen tauglichen, zuweilen spannend anmutenden Überlebenstrip, der keine nennenswerten Längen aufweist.
6 von 10