Review

Wenn man sich im Tierhorrorgenre einmal so umsieht, fällt doch auf, dass Ratten, neben Spinnen, Schlangen und Haien, häufiger und in größeren Mengen auf das Publikum losgelassen werden.
Was 1971 mit „Willard“ begann und sich ein Jahr später mit „Ben“ fortsetzte, führt auch heute noch in unregelmäßigen Abständen zu Terror-Nager-Produktionen.
Irgendwo dazwischen tummelt sich dieser kleine trashige Streifen, der nicht mit der Vielzahl, sondern der überdimensionalen Größe der Ratten erschrecken will.

Das funktioniert natürlich nur bedingt, denn vereinzelt auftretende Riesenratten lösen eher ein Schmunzeln aus, während Massenszenen schon eher kurzes Innehalten im Rahmen einer trashigen Grundstimmung bewirken, - natürlich nicht ohne ein Augenzwinkern als ungewollter Nebeneffekt, denn grotesk ist hier die komplette Zusammensetzung.

Da gibt es den Helden am Campus, Dr. Neil Hamilton, der von seiner ehemaligen Lehrerin um Hilfe gebeten wird. Die behandelt nämlich gerade einen Jungen, den sie mit einem Wachstumspräparat behandelt hat, woraufhin der Bengel bereits zwei Meter misst und noch weiter wächst.
Um also ein Gegenmittel zu entwickeln, testet Neil ebenfalls ein Wachstumsmittel, das seine Tomaten innerhalb weniger Stunden zu kleinen Kürbissen aufplustern lässt. Dumm nur, dass die Pflanze bereits bis ans Gitter der Käfigratten heranreicht, die Viecher davon fressen und ebenfalls rasend schnell wachsen.
Da bedarf es dann lediglich ein paar töffeliger Studenten, die im Eifer ihrer Umweltaktivitäten aus Versehen die Käfige öffnen.

Leider punktet das Geschehen nicht von Beginn an, besonders die Warmlaufzeit zieht sich gehörig in die Länge. Da freut man sich allenfalls über das große Kind, das mit geschrumpften Requisiten, ähnlich wie später die Riesenratten, ins Bild projiziert wird.
Allerdings wird dieses, bis auf einen finalen Gag weitestgehend außer Acht gelassen.
Leider auch die entlaufenen Ratten. Anstatt sich um deren Angriffe auf Unbeteiligte am Campus zu kümmern, zeigt man lieber den Arzt beim Mixen im Labor, im Bett mit der Freundin oder ein paar dödelige Umweltaktivisten.

Klischeebedingt müssen zunächst ein Kammerjäger, zwei schlingpfanzende Studenten und ein Hausmeister dran glauben, bevor der Held auch zu körperlichen Aktivitäten übergeht, um die Ratten zu erlegen.
Glücklicherweise hat man sich für den Showdown eine Massenpanikszene ausgedacht, in der Besucher während der Einweihungsfeier eines Gebäudes aus selbigem zu fliehen versuchen.
Da ist dann auch endlich Tempo drin, Personen rennen sich gegenseitig über den Haufen und die Polizei setzt Schusswaffen ein, die teilweise auch auf Personen gerichtet werden.
Tricktechnisch muss man sagen: Leider auch auf die Ratten. Denn, auch wenn die Viecher riesig erscheinen, so sind es doch echte Tiere innerhalb überdimensionaler Requisiten und die bekommen definitiv ein Geschoss ab, kreischen und bluten entsprechend.
Ein Dämpfer, was den lockeren und leicht naiven Grundton des Streifens betrifft.

Doch, immerhin beißen die Ratten vereinzelt zu, wenn auch nicht so häufig wie erhofft.
Da wird schon mal ein Arm abgetrennt und eine Gesichtshälfte entstellt, aber viele Szenen bieten nur die Opfer und nicht den Tathergang, während andere Angriffe weitestgehend im Off stattfinden oder aus der Egoperspektive des Angreifers gezeigt werden.
Trashiger Höhepunkt ist aber – ein wenig abseits der Rattenangriffe – ein in sich zusammenschmelzender Wissenschaftler, der am gesamten Körper vor sich hinblubbert.

Die übrigen Zutaten funktionieren allenfalls auf befriedigendem Niveau. Von den wenig markanten Darstellern sticht niemand in irgendeiner Weise hervor, der Score wurde minimalistisch auf der Synthie-Ebene gehalten und klingt zehn Jahre älter als er wirklich ist, während die Kamera zumindest immer gut positioniert ist und auch mit einigen schnellen Fahrten durch Kanalsysteme aufwarten kann.

Bleibt also ein leidlich spannender Beitrag, der kaum fesselnde Szenen bietet und lediglich zum Finale überzeugen kann. Dafür finden sich ein paar unfreiwillig komische Momente, die das fehlende Bedrohungspotential ein wenig ausgleichen.
Kann man sich ansehen, es gibt jedoch weitaus ansprechendere Beiträge in Sachen Ratten-Terror.
5 von 10

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