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Der Lehrer und Wissenschaftler Neil Hamilton (Paul Coufos) hat ein Wachstumshormon erfunden, welches er nun an Pflanzen testet. Das Ergebnis ist verblüffend, leider wird Hamiltons Labor nachts von ein paar Tierschützern geplündert. Dadurch erlangt eine ganze Schaar Ratten die Freiheit, welche zuvor von den Riesenpflanzen genascht haben. Erst engagiert man nur die Kammerjäger, doch einige grausam verstümmelte Leichen lassen Lt. Wetzel (Michael Copeman) aufhorchen. Nur der Dekan der Universität Dean White (David B. Nichols) versucht den Vorfall herunter zu spielen, da die Einweihungsfeier für die neue Turnierhalle bevorsteht. Hier hofft er auf Fördergelder, doch stattdessen tauchen übergroße Ratten auf und verwandeln die Festivität in ein Massaker. Nur Hamilton weiss wie man den Biestern Einhalt gebietet.

"Die Stunde der Ratte" stellt die recht gelungene Fortsetzung zu "Die Insel der Ungeheuer" dar, welcher auf der Novelle "Food of the Gods" von H.G. Wells basiert. Diese dreizehn Jahre später gedrehte Fortsetzung hat mit dem schwachen Original kaum noch etwas zu tun. Aber Regisseur Damien Lee (Agent Red, Terminal Rush) kann hier endlich mal aufzeigen, dass es nicht nur Nieten in seiner Filmographie gibt. Der immerhin durchschnittliche B-Actionfilm "Knock Out" mit Jeff Wincott in der Hauptrolle, geht auch auf Lee´s Kappe.
Wir befinden uns hier zwar auch in einer B-Produktion, aber in einer Hochwertigen. Gerade die größtenteils gelungenen Tiereffekte machen dies deutlich. Man sieht die Riesenratten zwar recht selten, doch die Animationen sind gut geworden. Wäre da nur nicht die erste halbe Stunde, welche ohne Höhepunkte von Statten geht. Neben der Rattenplage läuft noch ein Subplot nebenher, denn die ehemalige Lehrerin von Hamilton hat einem kleinwüchsigen Kind Wachstumshormone verabreicht, nun wächst das Kind kontinuirlich, sie bittet daher Hamilton ein Gegenmittel zu finden. So kommen überhaupt erst die übergroßen Ratten zu Stande, denn Hamilton beginnt zu forschen wie ein Wilder und erfindet dadurch dieses Hormon.
Und nur durch den plumpen Zerstörungsversuch der Tierschützer muss sich Hamilton nun mit den Ratten herumplagen. Die sind nach der ersten langweiligen halben Stunde auch ziemlich hungrig und richten einen ordentlichen Bodycount an. Die Mordszenen hat Lee recht atmosphärisch und gruselig hinbekommen, ganz besonders die Szenen in der Kanalisation. Auch die Gorefraktion dürfte zufrieden gestellt werden, denn die Ratten nagen ihre Opfer blutig zu Tode, oft in Nahaufnahme. Das Blut lässt Lee dabei ordentlich sudeln. Gerade im finalen Massaker geht es ordentlich zur Sache.
Während man sich über Action, Spannung und Gore eigentlich nicht beklagen kann, geht der Plot ansonsten recht innovationslos zu. Aber die Darsteller machen dafür einen glaubwürdigen Job.

"Die Stunde der Ratte" braucht seine Zeit um in die Gänge zu kommen, kann jedoch im Gegenzug Atmosphäre und einen netten Score bieten. Die Gore-sowie die Tiereffekte können sich sehen lassen. Bei den Darstellern gibt es auch nichts zu meckern. Mit seinen 82 Minuten Lauflänge kurzes, nicht gerade originelles, aber gruseliges Horrorentertainment.

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