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Ratten, die an mit Wachstumshormonen versetzten Tomaten genascht haben, entweichen aus einem Versuchslabor. Nachdem die Nager in der Kanalisation zu schweinsgroßen Biestern heran gereift sind, treibt sie der Bluthunger an die Oberfläche. Ziemlich unpassend, dass an der Uni gerade jetzt das neue Hallenbad eingeweiht werden soll. Der zuständige Wissenschaftler versucht das Schlimmste zu verhindern…

DIE STUNDE DER RATTE war neben den „Reitenden Leichen“ und „Das Böse“ einer meiner ersten Horrorfilme überhaupt. Damals, als kleiner Dreikäsehoch, fand ich den Streifen natürlich endskrass und ich konnte monatelang beim Schlafen keinen Arm unzugedeckt behalten, in der Furch eine dieser Monsterratten könnte ihn abbeißen.
Aus heutiger Sicht sieht das natürlich ganz anders aus. Doch auch heute ist DIE STUNDE DER RATTE ein Streifen, den man nicht von der Bettkante bzw. aus dem Videoregal schubsen sollte. Eine 80er-Jahre-Ulknudel eben mit einigen in der Tat sehenswerten Elementen:

1. Die Ratten – für die damalige Zeit genial animiert: teils kamen Attrappen zum Einsatz, teils wurde mit einer Art Vergrößerungstechnik gearbeitet – sieht jedenfalls sehr annehmbar aus.

2. Der Gore – auch aus heutiger Sicht fällt DIE STUNDE DER RATTE noch recht blutig aus. Es gehen mehrere Gliedmaßen flöten, die Opfer werden oft bis auf die Knochen abgenagt, das Highlight aber: ein „Incredible Melting Wissenschaftler“, dem nach einem Selbstversuch spritzende Eiterbeulen wachsen, bis er komplett aus seinem Anzug schmilzt.

3. Der Soundtrack – schrulliger Synthi-Sound, so zutiefst 80er als hätten ihn die Turtles während einer NES-Session fabriziert.

4. Die Charaktere – alles klischeehafte Abziehbilder, u.a. ein „La Cucaracha“ trällernder Mexikaner, dem beim Pinkeln der Schwanz abgebissen wird.

Der Streifen ist, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, ziemlicher Trash. Der Wissenschaftler in der Hauptrolle versucht, neben seinem Bemühen der Rattenplage Herr zu werden, auch noch einen drei Meter großen Fünfjährigen von seinem Riesenwuchs zu kurieren. Jener träumt schließlich auch, er selbst würde bei Sex mit einer Studentin zu einem Riesen heranwachsen und in der Studentin feststecken. Totaler Quark eben. Aber Quark von der Sorte, wie ihn geneigte Filmfans gewiss zu schätzen wissen dürften.

Fazit:
Astreiner Tierhorror (neben „Night Eyes“ der beste Streifen um Killerratten, an den ich mich erinnern kann), ein warnender Lehrfilm über die Folgen der Gentechnik und eine kleine Perle in Sachen Trash. Für mich mehr als nur Nostalgie.

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