Besser Bein ab als arm dran!
„Good Boy“ von dem Regisseur war vor zwei Jahren schon eher Idee als Film, eher Bizarro als Schocker, eher Kopfschütteln als Lachen. Und mit „Above the Knee“ verhält es sich nicht viel anders… Über einen Mann in einer eigentlich recht glücklich und gesund wirkenden Beziehung - der allerdings unter einer seltenen (psychischen) Krankheit leidet, die ihm suggeriert, dass sein linkes Bein abfault und er lieber ohne es dran wäre…
Vorweggenommene Phantomschmerzen
„Above the Knee“ hat seine interessante Krankheit, Belastung und Ausgangslage für sich sprechend. Dazu einen zumindest engagierten Hauptdarsteller und ein paar Weisheiten zu Beziehungen, Kommunikation und Ehrlichkeit auf Lager. Doch im Grunde bildet sich aus diesen Einzelteilen kein ausgewachsener, guter Film. Nicht viel anders als es bei „Good Boy“ der Fall war. Die Auflösung ist frech - leider nicht im guten Sinne. Der Umgang mit der Krankheit und „Lösungen“ höchst fragwürdig. Und allein wenn der Film mit „25 Tage vor dem Unfall“ beginnt, dann spürt und weiß man, dass dies einfach ein zu langer Zeitraum ist für das, auf was es von Anfang an zusteuert. Das ist wenig überraschend, noch weniger überragend. Und das Drehbuch hat insgesamt zu wenig Fleisch auf den Knochen - was vielleicht dabei hilft seinen Bein abzusägen, aber leider nicht dabei einen filmisch gut und komplett und kompetent zu unterhalten….
Fazit: für mich leider mehr eine Fingerübung und nichts für einen Langfilm. Und eine ziemlich problematische Darstellung dieser (psychischen) Krankheit und möglichen „Lösungen“… naja. Weirde Charakter- und Krankheitsstudie mit einem dummen Ende… Mäßig.