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Auch schon wieder 24 Jahre her, dass uns eine naiv-pummelige Bridget Jones verzauberte. Und das merkt man. Zwar ist das kein schlechter Film, aber diese magische Aura der Reihe ist verflogen. Bisher lebten die Filme vom Humor der etwas unbeholfenen Bridget und dem Charme ihrer Verehrer. Und die hatten es in sich. Mehr Romanzen-Schwergewichte als Grant und Firth geht nicht. Deren Figuren haben perfekt in das Jones-Franchise hereingepasst: der Hallodri Grant und der reserviert-snobistisch-romantische Firth. Die Gegensätzlichkeit der drei Hauptfiguren hat das Geschehen in den vorherigen Filmen massgeblich mitbestimmt. In Teil drei war dann Patrick Dempsey für Hugh Grant mit dabei. Kein schlechter Ersatz, seit Greys Anatomy ebenfalls ein Romanzen-Schwergewicht.

All das fehlt im vorliegenden vierten Teil. Mr. Darcy ist tot, Colin Firth taucht nur in ein paar Erinnerungs-Sequenzen auf. Hugh Grants Rolle ist jetzt sehr klein und nimmt einen unwesentlichen Part ein. Neue Männer braucht das Land. Leo Woodall als jugendlicher Lover und Chiwetel Ejiofor als neuer potentieller Lebenspartner bringen einfach nicht die Präsenz mit wie ihre Vorgänger. Auch ist die Geschichte deutlich weniger lustig, sondern dreht sich besonders in der ersten Hälfte fast ausschliesslich um die sexuellen Sehnsüchte älterer Frauen. Keine Spur mehr von Emanzipation und weiblichem Durchsetzungsvermögen. Hier werden platte Frauen-Klischees dargeboten, die im krassen Gegensatz zu den bisherigen Filmen stehen.

Dennoch kann man den Film sehen. Er ist schön gefilmt und gerade gegen Ende durchaus romantisch. Gebraucht hätte man diese Fortsetzung jedoch nicht. Kommt einem mehr vor, wie ein verspäteter Nachklapp, so wenn zig Jahre nach Ende einer Fernsehserie ein Fernsehfilm noch mal ein verspätetes Revival feiert. Deswegen können Bridget Jones-Fans den Film durchaus sehen, sollten aber ihre Erwartungen etwas anpassen.

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