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"Bridget Jones: Mad About the Boy": Altvertraut und doch anders – Bridget Jones stolpert weiter durchs Leben

Neun Jahre nach Bridget Jones’s Baby kehrt Renée Zellweger zurück in die ikonische Rolle, die sie einst unsterblich machte. In Bridget Jones: Mad About the Boy zeigt sie eine reifere, verletzlichere Bridget – eine Frau, die Leben, Verlust und neue Chancen mit typisch britischem Humor zu meistern versucht. Regisseur Michael Morris und Drehbuchautorin Helen Fielding, gemeinsam mit Dan Mazer und Abi Morgan, lassen den Charme der alten Filme aufleben, ohne ihn gänzlich zu wiederholen.

Der Film beginnt mit einem melancholischen Unterton: Bridget ist keine naive Träumerin mehr, sondern eine Mutter, die Verantwortung trägt und dennoch das Gefühl hat, das Leben könnte noch etwas für sie bereithalten. Zellweger spielt das mit viel Wärme und einem feinen Gespür für leise Zwischentöne. Ihre Performance ist das emotionale Herzstück des Films – glaubwürdig, menschlich und frei von Übertreibung. Hugh Grant liefert als Daniel Cleaver eine gereifte, fast versöhnliche Variante seiner einst schillernden Figur, während Chiwetel Ejiofor dem Lehrer Scott eine ruhige, angenehme Präsenz verleiht. Leo Woodall bringt jugendliche Energie ins Spiel, bleibt aber erzählerisch etwas oberflächlich.

Was der Film gut macht, ist die Balance zwischen Humor und Melancholie. Die komischen Momente – Bridgets klassische Tollpatschigkeit, ihre ungeschönten Ehrlichkeit, die Verwicklungen in Dates und Missverständnisse – funktionieren nach wie vor. Gleichzeitig erlaubt sich das Drehbuch, über Themen wie Trauer, Alleinerziehen und das Älterwerden zu reflektieren. Bridget ist keine Karikatur mehr, sondern eine Frau, die zwischen Nostalgie und Neuanfang schwankt. Diese emotionale Tiefe tut der Figur gut und verleiht der Filmreihe einen würdigen, reiferen Ton.

Doch trotz aller Herzblutmomente hat der Film seine Schwächen. Die Handlung verläuft vorhersehbar und wiederholt viele Motive aus den früheren Teilen – inklusive der bekannten Dreiecksdynamik, die diesmal nicht dieselbe Spannung entfacht. Einige Szenen wirken zu brav, fast formelhaft, und der Humor trifft nicht immer so treffsicher wie früher. Besonders im Mittelteil verliert der Film an Schwung, da zu viele Nebenhandlungen die emotionale Linie verwässern. Auch visuell bleibt Mad About the Boy eher konventionell; man wünscht sich manchmal mehr stilistische Eigenständigkeit oder narrative Überraschungen.

Trotzdem bleibt der Film sehenswert – vor allem für Fans, die Bridget seit den Anfängen begleiten. Er ist ein liebevoller, leicht wehmütiger Abschluss (oder vielleicht Neuanfang) einer Figur, die Popkulturgeschichte schrieb. Man lacht, man schmunzelt, man erinnert sich an all die Fehler, Träume und Hoffnungen, die Bridget Jones immer zu einer von uns machten.

Am Ende ist Bridget Jones: Mad About the Boy weniger romantische Komödie als bittersüße Lebensbetrachtung. Nicht alles funktioniert perfekt, doch der Film hat Herz, Humor und Menschlichkeit – und das reicht, um Bridget ein weiteres Mal ins Herz zu schließen.

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