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Basierend auf dem wahren Fall des Serienkillers Lam Kor-wan zeichnet "Dr. Lamb" dessen Geschichte nach, kann sich aber nicht auf eine funktionierende Spannungskurve berufen. Das liegt zum einen daran, dass immer wieder kleine Längen eingestreut werden und zum anderen am Aufbau selbst. Der Killer ist relativ schnell gefasst und ab diesem Zeitpunkt werden die Taten in Rückblenden während des Verhörs bebildert, welche aber wiederum atmosphärisch präsentiert werden (Regen, Nacht, Farbspielereien etc.) und in den wenigen (aber gut gemachten) Splatterszenen einen ordentlichen Härtegrad an den Tag legen.

Auch das Hin und Her zwischen der Darstellung der begangenen Taten und der Reaktionen des Ermittlerteams z. B. auf die Videos, die der Mörder von sich und seinen Opfern angelegt hat, bietet ein interessantes Wechselspiel und beziehen den Zuschauer in gewisser Weise mit ein, da auch er zum Beobachter wird. Dabei hält die Kamera auch gerne mal drauf und zeigt ein paar Schnibbeleien in Großaufnahme, wobei die Effekte nie billig wirken.

Darstellerisch kommt das eher semi-professionell daher; Hauptdarsteller Simon Yam pendelt zwischen bedrohlich-ruhig und dem bekannten asiatischen Overacting, kommt aber schön irre rüber. Oder eben albern. Eine tiefgehende Analyse darf man nicht erwarten, ebenso wenig ein Splatterfest. Doch mischt "Dr. Lamb" Thriller, Krimi und Psychopatenkino trotz seiner Trashanleihen oftmals auf funktionierende Weise zusammen, hat aber mit (ein paar) Längen und darstellerischen Defiziten zu kämpfen.

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