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Mit seinem Spielfilmdebüt hat sich Regisseur Mark Anthony Green für das weite Feld der bunten Medienwelt entschieden und konnte keinen geringeren als John Malkovich für die Darstellung einer schillernden Figur gewinnen. Doch die Mischung aus Satire und Mystery-Horror biegt spätestens gegen Ende mehrfach falsch ab.

Von dem in den 90ern erfolgreichen Popstar Moretti (Malkovich) gab es über Jahrzehnte kein Lebenszeichen. Für die große Comeback-Party hat er einige erlesene Gäste auf sein verlassenes Anwesen in New Mexiko geladen. Die aufstrebende Musikjournalistin Ariel (Ayo Edebiri) ahnt jedoch, dass mit dem dort vorherrschenden Kult etwas nicht stimmt…

Die Sache mit der Sekte ist mehr als offensichtlich, als die Gäste kurz nach ihrer Ankunft von blau bekleideten Menschen mit grenzdebilem Lächeln empfangen werden, welche ansonsten weitgehend stupiden Tätigkeiten nachgehen. Phasenweise zündet die Satire auf übertriebenen Starkult, es gibt etwas Situationskomik und einige Songs von Malkovich selbst gesungen und performt. Wobei die teils sexistischen Texte wahrlich typisch 90er sind, während die Kompositionen austauschbar bleiben.

Langsam baut sich eine leicht bedrohliche Atmosphäre auf, welche zwar immer wieder aufgelockert wird, doch nicht zuletzt der leicht entrückt anmutende Score und einige spezifische Kameraeinstellungen erinnern frappierend an „Get Out“.
Die Lokalität ist treffend gewählt, an der Ausstattung gibt es nichts auszusetzen und doch will sich lange Zeit kaum Spannung einstellen, da die Dialoglast stets ein wenig Drive herausnimmt.

Auch gewinnt die Bedrohung zu selten an der notwendigen Intensität, gleiches gilt für die wenigen Gewalteinlagen, welche stets nur angedeutet werden und locker mit der FSK16 einhergehen. Speziell zum finalen Akt überwiegt die Enttäuschung über einen viel zu rasch herunter gebrochenen Showdown, wogegen sämtliche Szenen danach eher für nur einen Abschlussmoment ausgereicht hätten, zumal eine raffinierte Pointe ausbleibt.

Was die Chose noch ein wenig rettet, ist die starke Präsenz und die ebenso überzeugende Performance von Ayo Edebiri und die Tatsache, dass Malkovich seinen gealterten Popstar nie zu durchschaubar anlegt, obgleich er bei einigen Szenen sichtlich Freude an der Show hatte.
Völlig verschenkt ist hingegen die Nebenrolle von Juliette Lewis, die viel zu wenig Screentime erhält, um den journalistischen Wendehals voll zur Geltung bringen zu können.

Rein handwerklich kann sich das Debüt von Green sehen lassen, einige skurrile Momentaufnahmen sind durchaus gelungen, doch auf der anderen Seite greifen Horror und Suspense deutlich zu selten, was das dramaturgisch schwach ausgelotete Finale in mehreren Belangen unterstreicht.
5,5 von 10  

 

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