Review

Seeing (& Hearing) John Malkovich

Im Fahrwasser von "The Menu" oder "Blink Twice" kommt "Opus" als gesellschaftskritische Horrorsatire auf toxischen Personenkult, die verrückte wie verrücktmachende Musikwelt und natürlich auch allgemein die Scheinheiligkeit bis Gefährlichkeit der Schönen und Reichen, wenn nach etlichen Jahrzehnten in der Versenkung der vielleicht berühmtesten Musiker dieser fiktiven Welt ein paar Musikkritiker in seinen abgeschiedenen, mysteriösen Kosmos einlädt zu (mehr als nur) einem Pre-Listening-Event seines neues Albums...

"Middle as fuck"

Nicht bissig genug, nicht gruselig genug, nicht weird genug, nicht komisch genug, nicht musikalisch genug, nicht frisch genug... "Opus" geht in viel zu vielen Belangen nicht den ganzen Weg und bleibt hinter den A24'igen Ansprüchen deutlich zurück. Fast wirkt das wie von einem Label, dass gerne einen "A24-Film" machen würde - es aber nie ganz kann. Malkovich kann nicht schlecht. Eine Legende. Die weibliche Hauptfigur hat eine gewisse Süße und Grundsympathie. Und sowohl Stars als auch Kritiker kriegen etwas Fett weg. Wie eine (wannabe-)höllische Mischung aus Ye und Hipster-YouTube-Kritikerin. Aber trotzdem fehlt Feuer, fehlt Gemeinheit, fehlt nach trendsettenden Titeln wie "Midsommar" auch nahezu jeglicher frischer Wind in dieser genretechnischen Unterkategorie. "Opus" unterläuft keinerlei Erwartungen. Schocks und Tabubrechungen fallen flach. "Opus" wirkt wie ein altersschweres Spätwerk oder ein dezent komponierter, den Zug verpasst habender K.I.-Erguss aus thriller- bis horrortechnischen Trends. Zwischen Chuck Norris-Witzen und Größenwahn. Ist das noch Warnung, schon Ermüdungserscheinung oder gar Bankrotterklärung?

Kultig und doch ganz sicher nicht kultig

Fazit: Personenkult und Paradefehlschlag... A24 kann auch daneben schießen. Oder zu spät (zur eigenen Party?) kommen. Stylisch, unaufregend, prätentiös, egal. "Opus" ist das Gegenteil seines Titels - tut aber immerhin nie wirklich weh. Sollte er wohl lieber mal... Vor allem darf sich "Opus" aber bei Malkovich bedanken für eine gewisse Restwürde und Teilfaszination.

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