Die nach eigener Ansicht massiv unterschätzte Musikjournalistin Ariel erhält überraschenderweise zusammen mit ihrem Chef und einer Handvoll anderer Medienleute und Influencer eine höchst exklusive Einladung zu einem Pre-Listening-Wochenende. Der ("exaltierte" wäre eine Untertreibung) Popkünstler Alfred Moretti bringt nach 30 Jahren sein erstes Album heraus und hält auf seinem Anwesen Hof. Dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht, sieht man auch ohne investigativjournalistischen Blick. Da Ariel von Morettis Show als einzige wenig beeindruckt ist, beginnt sie, Nachforschungen anzustellen.
Wer bei diesem Szenario nicht an GET OUT, BLINK TWICE oder MIDSOMMAR denkt, hat entweder einige der meistdiskutierten Genrefilme der letzten Jahre verpasst oder ist genauso betriebsblind wie Ariels KollegInnen. In Beziehung zu all den vorangegangenen und sehr ähnlich gelagerten Werken wirkt OPUS allerdings eher wie eine Fußnote. Und das ist nicht das einzige Problem des Films, denn er funktioniert einfach an sehr vielen Stellen überhaupt nicht.
Das fängt bei John Malkovichs Bowie-haftem angeblichem Superstar an, der zwar eine riesige Show abzieht, aber keinerlei Substanz zu bieten hat. Ja, nicht mal seine Songs taugen etwas, sind belangloser Pop ohne Besonderheit (nachzuhören unter https://open.spotify.com/intl-de/album/0sQ6SIFkUL0q6uWqwt6PeG?si=v7AyL5ZoSOGQqQMmaux2pQ).
Morettis Entourage und ihre Rituale sollen wohl befremdlich oder gar bedrohlich wirken, sind aber nur eine alberne Parodie auf echte Sektenkulte. So kommt weder Spannung auf, noch gibt es schockierende Enthüllungen, das Drehbuch hat all das schlichtweg vergessen und scheint ebenso im Bann des faulen Musikzaubers wie der Rest des Personals.
Das einzig Sehenswerte ist hier der Cast: Ayo Edebiri (THE BEAR) trägt den Film als weitgehend sympathischer, authentischer Underdog; Malkovich macht eben sein Malkovich-Ding, es spielt im Grunde keine Rolle, ob wir hier einen Popstar oder einen Gangsterboss sehen; Juliette Lewis darf mit Hingabe eine ordinäre Fernsehtusse spielen; Amber Midthunder (PREY) beeindruckt als wortkarge Beschatterin Ariels und Tony Hale (VEEP) geht als Plattenpromoter in kurzen Einspielern in die Vollen. Mit diesem Ensemble kann man seinen Spaß haben, schade, dass der Film offenbar eine andere Absicht hat.