Tiefe Themen in Feel-Good-Verpackung
„The Ballad of Wallis Island“ ist eine der kauzigeren Komödien seit langer Zeit - und gleichzeitig dennoch unglaublich zugänglich und trotz seiner urbritischen „Inselattitüde“ erstaunlich universell… Wenn sich ein weirder (zweifacher!) Lottogewinner seinen Lieblingsfolksänger zu sich auf eine urige Insel „einkauft“ und zu einem ganz besonderen Gig führen will…
Einsiedlerkino der Edelklasse
Ein wenig „hinterinseliger“ Thriller komplett gekippt ins süss-lustige Fach, hätte „Ballad of Wallis Island“ auch irgendwo bei „Misery“, „Banshees of Inisherin“ oder zumindest „Massive Talent“ landen können. Die Wahrheit lebt jedoch auf einer ganz anderen Insel. Am Arsch der Welt. Unter einem Felsen. Überwuchert mit Moos. In seiner eigenen Welt. Und genau damit hat sich diese süße Ballade ohne Gegenwehr und mit einem breiten Grinsen in mein Herz gespielt. Wie gesagt, das hätte auch „Folk Horror“ und wesentlich düsterer werden können. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das ist lustig, das ist nerdig, das ist eigenwillig, das ist offbeat, das tut sehr, sehr, sehr gut. Walisisches Soulfoodkino. Frische Gesichter. Schöne Musik. Erhabene Landschaften. Sensible Themen. Humor, der gemütlich scharf schießt. Hätte auch von John Carney sein können. Figuren mit denen man ehrlich gerne Zeit verbringt. Ein Sprung in der Platte und der Schüssel - und trotzdem voll im Rhythmus der Herzen und Geschmack der Massen. Ein intelligenter Crowdpleaser. Indiemainstream done right. Charme und Charakter in Fährenladungen. Reif für Remakes rund um den Globus. Am besten Whisky schnappen und einfach nur genießen… Tut gut!
Die Welt ist eine Muschel
Fazit: Ruhig, gelassen, echt. Ganz sicher einer der gefühlvollen und grinsebackigeren Geheimtipps des abgelaufenen Kinojahres! Feiertagsempfehlung für jedermann!