Jetzt widmet sich auch Frankreich verstärkt dem Serienkillergenre und einer dieser Auswüchse ist „Sixpack“. Leider versteht es der Film nicht, aus seinem Potential eine auch nur halbwegs schlüssige Geschichte zu stricken und verzettelt sich stattdessen in allerlei Genrekonventionen.
Anfangen tut er noch recht ordentlich und auch der auf die Intuition bauende Kommissar ist halbwegs ordentlich gelungen. Aber schon bald geht der Eindruck den Bach runter, spätestens wenn der Film zu einem albernen Politikum wird und der ermittelnde Beamte die Jungs vom Ministerium mit halbgaren Fakten nervt. Ein Besuch bei eingekastelten Killer in den USA gemahnt nicht nur an einen bekannten Film, er ist auch vollkommen sinnlos und bringt nur den sinnlosen Schluß, daß der Täter höchstwahrscheinlich Amerikaner ist, was er dann am Ende auch sein muß.
Die Ermittlung des Täters erfolgt durch blanken Zufall, die Vertuschung durch Geheimdienste und Botschaftsangehörige ist ebenso sinnfrei wie schlecht umgesetzt und das Ansetzen eines Lockvogels rund um die Uhr bei nur zwei Wächtern größtenteils geistfrei.
Ergo machen dann alle beim Showdown auch alles falsch, am allermeisten der Autor, der dem Treiben auch noch einen faden und unausgegorenen finalen Fangschuß aufsetzt, der das Potential am Ende komplett verspielt.
Lernen können wir daraus, daß die Franzosen, wenn, nur aus Habgier oder in Kriegszeiten serial killen und die Amis da wohl sexuell pervertierter sind. Und daß die US-Behörden alles gern vertuschen. Sorry, aber da kann man ein Gähnen kaum unterdrücken, wenn auch einzelne Szenen ganz atmosphärisch sind, klaffen im Film Lücken, da kann man die komplette Botschaft drin verstecken. Dann lieber purpurne Flüsse... (3/10)