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Gewiss nicht ohne Grund thematisieren immer mehr Sci-Fi-Filme die düsteren Auswirkungen von KI auf den Menschen, was etwa mit „Upgrade“ von 2018 recht effektiv veranschaulicht wurde. An diesem orientiert sich Co-Autor und Regisseur Fabien Dufils sehr deutlich, doch sein taugliches Konzept allein reicht nicht aus, um 96 Minuten mit Spannung zu füllen.

New York: Die Obdachlose Sarah (Michelle Girolami) lässt sich auf das Experiment eines mächtigen Pharmakonzerns ein, indem sie sich für eine Stange Geld einen KI-gesteuerten Nano-Chip in den Rücken implantieren lässt. Doch LEXX übernimmt bereits nach kurzer Zeit die Kontrolle über Sarahs Körper und droht mit schmerzlichen Konsequenzen, wenn sie nicht den Forderungen nachkommt. Sarah soll die Verantwortlichen des Unternehmens eliminieren und auf kurz oder lang bleibt ihr keine andere Wahl…

Die Handlung ist zwar 2023 angesetzt, doch sie spiegelt eine parallele Entwicklung nach der „globale Pandemie seit 2020“ wider, wonach jener Chip entwickelt wurde, um die individuelle Gesundheit zu fördern und Risiken quasi im Keim zu ersticken. Was LEXX jedoch zutage fördert, ist die Angabe von Vitalwerten, was inzwischen jedes Mobiltelefon bewerkstelligen kann. Das war den Machern offenbar bewusst, weshalb die KI rasch in den Aggro-Modus wechselt.

Was folgt, ist leider ziemlich repetitiv und weitgehend unspektakulär. Reihum sucht Sarah mithilfe von genauen Anweisungen bestimmte Lokalitäten auf, hat zumeist mehr Glück als Verstand bei den Ausführungen ihrer Taten und wehrt sich zunächst vor der Folgenden, um einmal mehr sprichwörtlich in die Knie gezwungen zu werden. Dazwischen wird auffallend viel geheult und gewinselt, wobei es wesentlich interessanter gewesen wäre, ihr Killer-Pendant in Form eines namenlosen Typen einzubinden, welcher sich ebenfalls auf Mördermission befindet.

Zynismus oder Sarkasmus sind dem Unterfangen leider völlig fremd, weshalb die Chose bereits nach kurzer Zeit ihren Reiz verliert, zumal Wendungen oder Überraschungen komplett ausbleiben. Der Ausgang ist nicht zuletzt aufgrund der Exposition erahnbar und die letzten Einstellungen lassen nur vermuten, wohin die Reise mit anderem Schwerpunkt hätte gehen können, da vorliegende doch eher ein wenig intim, denn aufreibend anmutet.

Dabei ist der eher unerfahrenen Hauptdarstellerin Girolami absolut nichts vorzuwerfen. Sie schultert die Angelegenheit mit einigen Nuancen und wirkt jederzeit glaubhaft, wobei sie einige weniger überzeugend agierende Nebendarsteller locker an die Wand spielt.
Die Locations rund um New York, später Paris sind ganz nett gewählt und passabel gefilmt, nur der Score geht komplett unter.

Die Idee einer Körper beherrschenden KI, die den Träger irgendwann zwangsläufig in den Wahnsinn treibt, ist definitiv ausbaufähig, doch hier bewegt man sich auf unaufgeregten Ebenen, welche kaum Suspense zulassen. Tiefsinnig ist hier zudem gar nichts, wovon nicht zuletzt die allenfalls zweckdienlichen Dialoge zeugen. Kann man auslassen.
4 von 10

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