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Auf den ersten Blick mutet es wie ein schrecklicher Fehler der deutschen Verleiher an, Steven Soderberghs neuen Film fast zeitgleich mit MISSION: IMPOSSIBLE 8 in den Kinos zu starten. Doch die Filme haben bis auf ihr Spionageumfeld, ihre Starbesetzung und die Verwendung eines McGuffins absolut nichts gemeinsam. Im Gegenteil: BLACK BAG ist im Grunde der Anti-MISSION: IMPOSSIBLE. 

Beim Sichten des Trailers und beim Überfliegen der Inhaltsangabe könnte man hier eine weitere MR. & MRS. SMITH Variante vermuten: Ein Geheimagentenpaar verdächtigt sich gegenseitig, eine vom Secret Service entwickelte Geheimwaffe geleakt zu haben. Doch auch hiervon könnte der Film kaum weiter entfernt sein. 

Soderbergh und Drehbuchautor David Koepp geben u. a. WHO’S AFRAID OF VIRGINIA WOOLF als ein Vorbild an und auch wenn das vielleicht etwas hoch zielt, ist die Referenz nachvollziehbar. Ein Großteil des Spionagethrillers zeigt gut gekleidete Menschen in schick eingerichteten Räumen beim Reden. Entsprechend braucht der Film eine ganze Weile, um in Schwung zu kommen. Michael Fassbender minutenlang beim Angeln zuzusehen, wird auch durch David Holmes’ funky Score nicht wesentlich spannender. 

Doch zum Glück ist Koepps Skript intelligent genug, dass die Geduld belohnt wird. Im Gegensatz zu Tom Cruises Blockbuster ist BLACK BAG nämlich ein Film, der die Aufmerksamkeit des Publikums einfordert. Ein Film für Erwachsene, den man am besten mit einem Glas teurem Wein auf dem Designersofa zu Hause genießt.

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