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kurz angerissen
Schlank. Fokussiert. Vielschichtig. Stilbewusst. Smart. Attribute, die rar geworden sind im Kino. „Black Bag“ ist völlig aus der Zeit gefallen, ein Produkt aus einer weit zurückliegenden Epoche im Grunde, das sich ganz und gar auf die Ausstrahlung seiner Stars verlässt. Der Haken: Es ist eher ein unverbindliches Gedankenspiel als ein waschechter Spionagethriller, als ein Film im wahrsten Sinne. Nichtsdestotrotz: „Black Bag“ verkörpert das solide Mittelklasse-Kino, das früher mal so relevant war und heute fast obsolet geworden ist. Dabei wird es weiter dringend gebraucht, damit auf der Waage zwischen dem Multimillionen-Dollar-Kino und den Indie-Produktionen das Gleichgewicht gehalten werden kann.
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Michael Fassbender und Cate Blanchett, das muss groß werden!? Steven Soderbergh, nicht unbedingt! Eine spannende Geschichte, aber was interessiert das diesen Regisseur, hier zählt nur Style. Kamera, Schnitt, Score, alles top, volle Dosis Ästhetik. Steife, kühle, elegante und distanzierte Ästhetik. Daher auch Charaktere mit denen man nicht warm werden kann. Fassbender im Android "David"-Modus und Blanchett eine mittlerweile eine alternde Diva. Spionage, ein wenig Thriller, keine Action und ein Agatha Christie-Ende. Definitiv Kino, aber zu viel Choreographie und Reißbrett. Coolness die kalt lässt.