Review

iHaveCNit: Köln 75 (2025) – Ido Fluk – Alamode Film

Deutscher Kinostart: 13.03.2025

gesehen am 09.04.2025

Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Studio – Reihe 3, Platz 1 – 20:45 Uhr

Ginge es nach Vera Brandes Vater würde sie ganz normal einen geregelten, guten Schulabschluss machen und einen anständigen Job erlernen und diesem im Rahmen eines spießbürgerlichen Lebens nachgehen. Doch die junge 16-Jährige Vera denkt da überhaupt nicht dran. Die Rebellin pflegt eine Liebe zum Jazz und zum politisch feministischen Aktivismus. Mit ihrer Begeisterungsfähigkeit und ihrem Ehrgeiz hat sie es bereits geschafft die ein oder andere Tour für Jazz-Künstler auf die Beine zu stellen, bis sie durch Zufall in Berlin den Jazz-Pianisten Keith Jarrett erlebt und diesen in der Kölner Oper auftreten lassen möchte. Noch ahnt sie nicht, welche Herausforderungen auf sie warten werden und noch ahnt niemand, wie erfolgreich das Ganze sein wird.

Eigentlich war „Köln 75“ nicht auf meinem Schirm, bis ich mal den Trailer dazu gesehen habe und der Film durchaus eine Rolle bei der kommenden Verleihung des deutschen Filmpreises spielen wird. Es bleibt bei mir filmisch auf dem musikalischen Pfad, aber dieses Mal aus einer anderen Perspektive. „Köln 75“ ist ein Film, in dem Musik eine Rolle spielt, aber nicht die einzige Rolle und der Film ist kein Musiker-Biopic über den Jazz-Pianisten Keith Jarrett, sondern ein Biopic, dass sich genau diesem Lebensabschnitt der jungen Vera Brandes widmet und mit einer interessanten Struktur und einem interessanten Konzept daherkommt. Mit einer sehr dynamischen und rasanten Inszenierung bekommen wir natürlich erst ein Einblick in das Leben der von Mala Emde gespielten Brandes – mit welcher Energie, welchem Ehrgeiz, welcher Beharrlichkeit und welcher Willensstärke und Witz sie es schafft, gegen den Willen ihrer Eltern erste Erfolge damit zu haben. Ab und an wird gekonnt die vierte Wand durchbrochen, ein eingebetteter Roadtrip widmet sich ein wenig Keith Jarrett, der gemeinsam mit seinem Manager und einem Journalisten auf dem Weg nach Köln ist und dann wird es wenn es konkret um das Konzert geht sehr spannend und actionreich. Damit ist der Film ein dynamischer, unberechenbarer Fluss, bei dem auch Improvisation das Stichwort ist – ähnlich wie es beim Jazz durchaus der Fall sein kann. Mir hat der Film sehr gefallen, auch wenn ich persönlich vorher die Geschichte nicht kannte und auch im Thema nicht investiert war. Nach dem Film habe ich aber durchaus ein wenig das Interesse, bei Zeit das Ganze nachzuholen.

„Köln 75“ - My First Look – 8/10 Punkte




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