Unzählige Geschichten brachten die Ursprünge der griechischen Mythologie hervor, doch Co-Autor und Regisseur Konstantinos Koutsoliotas scheint es mehr mit H. P. Lovecraft zu halten, was zumindest Teile des finales Aktes offenbaren.
Ein griechisches Hafendorf: Seemann William ist hier soeben gestrandet und befindet sich auf der Suche nach seinem Vater. Während in der Taverne Abend für Abend die Bouzouki den Ton angibt, scheint eine böse Macht aus dem Meer und dem damit verbundenen Nebel zu kommen…
Den Schrecken geradezu beiläufig einzuführen ist ein tollkühnes Unterfangen und bei diesem Versuch dürfte die Erzählung einen Großteil seines Publikums bereits verlieren. Es dauert geschlagene 50 Minuten, bis sich der Ton der Erzählung ändert. Bis dahin wird der Alltag des Dörfchens bebildert, der weder lustig, noch abwechslungsreich anmutet. Immerhin erhält William als vermeintlicher Held ein paar Tugenden, doch der Unterhaltungswert tendiert, vor allem für eingefleischte Monsterfans gegen Null.
Zwar zündet die Stimmung im Ort und als ein wenig Nebel aufkommt, wird es phasenweise auch ein wenig mystisch, doch der Funke will einfach nicht überspringen. Als sich im Verlauf einige Tentakelwesen offenbaren, welche ein wenig Splatter in Form von Body Horror und geschmolzenen Körpern hinterlassen, ist zwar etwas mehr Bewegung im Spiel, aber Spannung und Coolness miteinander zu vereinen erfordert ein besonderes Gespür, was hier nicht funktioniert. Wenn Bodybuilder, Künstler, Omis und Erpresser gemeinsam gegen das Böse antreten, klingt das zunächst wunderbar skurril, doch in der Ausführung entlockt es weniger als ein müdes Lächeln.
Und so langweilt man sich in der ersten Stunde beinahe in den Schlaf, während es danach zwischen Bouzoukis, Nebel und Tentakelwesen nur geringfügig besser wird. Die treffend besetzten Mimen performen immerhin okay, handwerklich ist, bis auf die platten handgemachten Gewalteinlagen wenig einzuwenden und nur die Eigenwilligkeit mit viel Lokalkolorit hebt die Chose noch ein wenig positiv hervor. Eingefleischte Genrefreunde dürften indes nach einer halben Stunde abschalten.
3,5 von 10