Review

Zwei Brüder und ihre Buchhandlung, deren einziger Umsatz das Ankaufen von Büchern ist. Der eine versucht des Vaters Erbe aufrechtzuerhalten mit mäßigem Erfolg, der andere nimmt sich mehrmals täglich das Leben. Zumindest versucht er es und scheitert regelmäßig damit. Bis eine Frau ins Leben tritt. Aber nicht in das von Wilbur, sondern in das von Harbour.

Harbour heiratet, Wilbur bleibt Single, zeigt kein Interesse an Frauen, dafür umso mehr am Ende seines Lebens. Die Tragikkomödie besticht einerseits durch Wortwitz, stilvolle Atmosphäre, hervorragende schauspielerische Leistung, interessante Schnitteffekte und gelungene Kameraführung. Was fehlt ist ein Sinn, etwas, was uns die Macher mitteilen wollen - abgesehen von der banalen Aussage "Du sollst Dich nicht umbringen". Aber auch diese geht unter, insgeheim sympathisiert man mit Wilbur, dessen Leben nun wirklich keines ist mit dem man tauschen möchte. Wie sich der Film entwickelt ist letztlich vorhersehbar, aber doch gut gemacht.

Kurzweilige Unterhaltung unter der Regie von Lone Scherfig für einen netten Kinoabend. Wer den großen hollywoodreifen Wurf erwartet hat wird enttäuscht sein. Wer seine Ansprüche auf lockere Unterhaltung und etwas Melancholie legt, wird einen netten Film genießen können. Prädikat: Sowohl für Lebensbejaher wie für Suizidenten geeignet.

(6/10)

Details
Ähnliche Filme