Fortsetzung zum '92er China Swordsman a.k.a. Meister des Schwertes 2 a.k.a. Swordsman 2, dass trotz erhöhter Konkurrenz von vor allem Stephen Chow in den Top Ten der Zuschauerhits gelandet ist, vor zwei Filmen von Jackie Chan, eine Weiterführende Erzählung da nur folgerichtig. Verzichten muss man diesmal auf Jet Li, welcher anderweitig (mit den Fong Sai-yuk und Once Upon a Time in China III) beschäftigt war, dafür gibt es eine Einleitung, ein was bisher geschah, aus Japanern wurden hier übrigens Spanier, ist auch dasselbe, identische Fremde. Vor allem das Finale und insgesamt die ausufernden Actionszenen werden nochmal gezeigt, mehrere Minuten damit schon mal geschunden, ganze 5 Minuten übrigens, fast blutiges Katastrophenkino im Exzessiven, nun mehr auf dem Gewässer angesiedelt. Brigitte Lin hat man naturgemäß übernommen, neben The Bride With the White Hair ihre nicht nur im Westen die mit bekannteste Rolle:
Nach dem scheinbarem Tod von Dong Fang Bu Bai [ Brigitte Lin ] zerfällt die Jianghu, die Gemeinschaft der Kampfkünstler ins Chaos, da ihr eine dominante Figur fehlt, die als de-facto-Anführer dienen könnte. Mehrere Hochstapler benutzen den Namen von 'Invincible Asia', um Unterstützer zu mobilisieren, eigene Schulen zu gründen und um die Macht zu kämpfen, darunter auch Xue Qianxun [ Joey Wong ], die den Sonnenmond-Heiligen Kult wieder aufbaut, indem sie diesen imitiert. Währenddessen schickt der kaiserliche Hof der Ming den Marineadmiral Koo Cheung Fung [ Yu Rongguang ], um den Spaniern bei der Suche nach den Überresten eines niederländischen Kriegsschiffs zu helfen, das in der Nähe der Schwarzwaldklippe versenkt wurde, dem Ort von Dong Fang Bu Bais Tod. An der Schwarzwaldklippe entdeckt Koo, dass Dong Fang Bu Bai noch lebt, verkleidet als ältere Frau, und schafft es, ihn zu überzeugen, ins Jianghu zurückzukehren; mit verheerenden Folgen.
Ein Schiff kommt aus dem Nebel, man sucht die Schwarzen Klippe und einen Mythos, eine Expedition nach Asia, dem Unbesiegbaren, in religiöser, in christlicher Begleitung. Die Heilige Schriftrolle sucht man, die zerstörte, mittlerweile von der Natur zurück eroberten Festung findet man, Gebete und Segnungen werden gemacht, eine eindrucksvolle Weise, in nötiger Kürze gehalten, eher ein Spinoff, dem Antagonistischen die Ehre erwiesen, die Europäer auf Grabschändung, Schüsse fallen. Yu macht hier die männliche Hauptrolle, kein Ersatz für Li, eine andere Persönlichkeit, mit gleichen Kampfgeist aber und Kampfkünsten, das Meer brandet an die Klippen, ein wildes Abenteuer in mehreren Verwandlungen, in Verhandlungen und Versammlungen, ein Schutz und Zusammenhalt Chinas wird gefordert, ist dringend erforderlich, ein ganzes Volk hängt von einer Person ab, die durch Scharlatane verkörpert wird. Ein Seegefecht entbrennt, Kanonen werden abgefeuert, 'Drachenflieger' schießen aus der Luft und werden zur Strafe auf Masten aufgespießt, selbst U-Boote und Minen gibt es hier, an Aufwand nicht gespart, auch nicht an Kreativität, und wieder steht das Sexuelle Verwirrspiel stark im Vordergrund, wird mit Opium als Aphrodisierende Wirkung noch die Lust gesteigert, lesbische Liebkosung und Küsse, anschließend Blut und Grausamkeit verteilt. Ein Wechselbad der Geschlechter und Gefühle, an Emotionen reich, an Erinnerungen und Erfahrungen und Erfinderischen, eine vieldeutige, vielseitige Entdeckung gleich.
Durch die Wälder wird auch geschwebt und geschwelgt, ein Sektentanz gemacht, eine Gehirnwäsche der Bevölkerung, Menschenopfer verlangt, Hokuspokus geboten, Herzen herausgerissen, ein erweitertes Massengrab aus den Götzenanbetern gemacht, eine Öffnung der Büchse der Pandora, das Böse zurück geholt und wieder freigelassen. Eine Trilogie mit unterschiedlichen Darstellern und Schwerpunkten, allein die Handhabung ähnelt sich, die Supervision durch Tsui Hark, die Choreografie von Ching Siu-Tung, das Spiel mit Mythen und Legenden, ein Kampf gegen die Ming-Dynastie, aber aus der Entfernung, hier vier Jahre nach der vorherigen Geschichte; der Autor selber nannte keine genaue Ära, er wollte eine Zeitlosigkeit der Erzählung. “Alles hat sich verändert.“, viel wird hier gestorben für die Liebe, “Meine Welt ist der Hass.“, Schiffe laufen auf Grund auf, sich mit ganzen Mannschaften geprügelt, eine Übersicht der Dramaturgie, ein Spektakel mit im Vordergrund, aber nicht der einzige Aspekt, es wird philosophiert, “Der Krieg macht uns zu wilden Tieren“, es wird auf Hoffnung gesetzt, auf ein glückliches China, in der Zukunft zumindest, in der Jetztzeit sinkende Kähne , Einschläge an Bord, ins Meer geschleudert Menschen, eine hohe Opferzahl, meist anonyme Statisten.
Abwechselnd zwischen Ereignissen auf dem Wasser und dem Land gehalten, wird auch hier fleißig der Wein konsumiert, ein neues Lied eingespielt, die Konkurrenz erweitert, selbst Piraten installiert und monströse Uniformen und Informationen. Im Original mit The East Is Red betitelt, wurde der Film zum Chinesischen Neujahr, eher als Kontrapunkt zu sonstigen familienfreundlichen Produktionen eingesetzt, wo er keine Chance hatte gegen bspw. All's Well, Ends Well Too oder City Hunter sowie Fight Back to School III, trotz diesmal etwas niedriger Altersfreigabe (II statt IIB), dem ruhmreichen Vorgänger, der Popularität der Figur hier und Stars in der Besetzung. Förderlich ist eine visuelle Kommunikation, eine Aufmerksamkeit auf das Design, eine Behandlung des Nötigen, dazu einige Geheimnisse und der Umgang mit Effekten und Technik, ein Akzentuieren auch auf Manipulation und Täuschung. Man ist lyrischer als der Vorgänger, sicherlich eine Hingabe von Regisseur Raymond Lee, der auf drei bewährte Autoren zurück greift, darunter Tsui selber, Roy Szeto und Charcoal Tan; im letzten Drittel verliert der Film aber etwas sein Publikum, er macht es durch die Optik wett, viele Aktionen, viel massive Explosionen und bösen Überraschungen. Eine Welt voller Dämonen, voller Unsicherheit, voller Falschheit, die Schwertkämpfe dürfen nicht fehlen, und wie man beginnt, so endet man auch, mit Destruktion, gleich drei Parteien, der Tag der Entscheidung, die Kriegsflagge gehisst; “Die Wunden bluten nur nach innen.“