Review

Der ehemalige Spezialagent John Diman (Fabio Testi), sinniert an der französischen Riviera über seine vergangenen Einsätze und den Kampf gegen seine Erzfeindin „Serpentik“. Dabei verschwimmen Erinnerung, Fantasie und Realität. 

Nach dem Giallo, dem Mysterydrama und dem Actionwestern nehmen sich Hélène Cattet und Bruno Forzani nun den Euro-Spythriller vor. Die billigen, oftmals italienischen Bond-Kopien zeichneten sich durch grelle Farben, poppigen Look, schöne Frauen und abstruse Gadgets aus. Dazu kamen die für diese Zeit typischen Zooms und Reißschwenks, schräge Kameraperspektiven, psychedelische Effekte und natürlich sagenhafte Musik, u. a. von Ennio Morricone und Bruno Nicolai. All diese Elemente haben Cattet & Forzani hier in gewohnter Manier auf die Spitze getrieben. 

Doch REFLET DANS UN DIAMANT MORT ist keine reine Stil-Hommage wie beispielsweise AMER. Diesmal wollte das Regieduo mehr, vielleicht zuviel, und überfordert damit den Zuschauer. Hat man zu Beginn aufgrund der sprunghaften Handlung und des wilden Stilmixes noch mehrfach den Eindruck, man sähe hier einen überlangen Trailer und nicht den Film selbst, so brechen die Macher im dritten Akt den Film selbst auf, zeigen Agent John als Held seines eigenen Films (inklusive Behind the Scenes und Synchronisation in mehreren Sprachen) und einer eigenen Comicreihe. Dazu werden neben Italo-Genrefilmen wie DANGER, DIABOLIK! auch Viscontis DEATH IN VENICE und Beneix‘ DIVA zitiert. 

Das klingt für Cineasten wie Genrefans hochspannend, doch verliert sich der Film in seinen Metaebenen und zerfasert so stark, dass ihn selbst sein im Grunde schön runder Schluss nicht wieder zusammenfügen kann. Für Aufgeschlossene sehenswert ist der Film dennoch, vor allem auf der großen Leinwand – allein wegen seiner Bilder und Sounds sowie ein paar wunderbar einfallsreicher Szenen. 

Details
Ähnliche Filme