Review

Näher war man einer Frau, einer Mutter, einer Panikattacke selten...

"If I Had Legs I'd Kick You" ist große Kunst in Sachen Schauspiel, mütterlicher Ehrlichkeit und krankhafter Unmittelbarkeit, wenn eine mittelalte Frau nahe am Nervenzusammenbruch zwischen Mutterschaft, Stress, Krankheiten und aus dem Ufer laufenden Therapiesitzungen ihre Realität verschwimmen fühlt - und uns Zuschauer hilflos gleich mit in den Abgrund reißt...

Stress, Style und Schauspielkunst

Trotz Vorschusslorbeeren, Preisverleihungen und A24 hat mich "If I Had Legs I'd Kick You" doch ziemlich kalt erwischt. In mehrfacher Hinsicht. Rose Byrne hätte ich nie dermaßen hardcore und stark erwartet. Stil und Ton sind radikal und teils näher an Aronofsky als neuere Aronofskys. Die Themen sind tief, trüb und düster. Und die Kamera ist näher dran als einem lieb ist. Immer, ausnahmslos, erbarmungslos. Sehr direkt, sehr unangenehm, sehr intrusiv, depressiv, gefährlich. Auf positivste Weise. Wer das mit Kalendersprüchen und Stammtischklischees abtut, kann keine Ahnung von den Themen, Traumata und Krankheiten haben. "Nicht-Schauspieler" wie Asap Rocky oder Conan O'Brien geben besondere Würze und Wahrheiten. Und selten haben sich Stress, Verlassenheit, Verzweiflung und diese sich unaufhörlich ausbreitende seelische Dunkelheit dermaßen auf uns Zuschauer übertragen. Das ist natürlich fast durchgängig anstrengend und alles andere als leichte Kost - aber für mich sehr starkes Kino!

Guinea Pig: A Mother's Nightmare

Fazit: Eine der stressigsten, dichtesten und abgründigsten Charakter- und Krankheitsstudien seit Kinoäonen. Rose Byrne war nie besser - und diese Performance wird für sie auch in Zukunft schwer zu toppen sein!

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