Review

Talk the Talk and Stalk the Stalk

"Lurker" ist ein abgewichster Machtspielchenthriller der aktuellen Generation mit homoerotischen Untertönen, der deutlich den Umgang mit Medien, Fame und Starverehrung kritisiert, wenn ein junger Verkäufer in den engeren Kreis eines Musikers und angehenden "Popstars" aufsteigt - und sich schnell die Verhältnisse von Abhängigkeit, Macht und Zuneigung gefährlich verschieben...

This Is Not My Lovesong For You

Einer der Geheimtipps des Jahres, "Lurker" ist ein gemeine Mischung aus "Misery" und "Entourage" für die Generation Instagram. Unterschwellig, authentisch, glaubhaft. Aber auch gewieft und gefährlich. Äußerst attraktiv aufgenommen, vom Gefühl andauernd zwischen Cringe und Coolness, extrem frische Gesichter. Jungs, die bis an die Grenzen gehen. Und immer eine große unterschwellige Unsicherheit. Fast schon einer ganzen Generation, der der Begriff "Berühmtheit" komplett aus der Hand geglitten und mutiert ist. In etwas Böses, in etwas Dunkles, in etwas Hilfloses, in etwas Krankhaftes. Gute Miene zum bösen Spiel. Neider, Oberflächlichkeit, Kult. Und "Lurker" fasst all das sensibel und packend in Bilder, Details, Gefühle und Geschichten. Kleine Erniedrigungen weiten sich aus zu einer unangenehmen Düsternis. Fake it 'til you break it. Or break yourself. Immer wieder faszinierend, wie viele Leute an einem Talent hängen. Immer wieder faszinierend, was heutzutage als Talent gilt. Immer wieder faszinierend, wie sich Macht und Erfolg bzw. Ohnmacht und Misserfolg entwickeln. Immer wieder faszinierend, ein Film wie "Lurker". 

Call Me By Your Shame

Fazit: "Lurker" changiert überragend gut, unberechenbar und fies zwischen Seelenstrip, Gesellschaftshorror, Machtparabel und Zeitgeistkritik. Viel drin, viel dran, komplett fesselnd. Fremdscham, Freunde, Fame und Fiesheit.

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