iHaveCNit: Schwesterherz (2026) – Sarah Miro Fischer
Deutscher Kinostart: 08.01.2026
gesehen am 12.01.2026 im Filmgespräch mit der Regisseurin
Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie - Reihe 5, Platz 1 – 18:00 Uhr
Rose hat gerade die Trennung mit ihrer Freundin hinter sich und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Sie kommt bei ihrem großen Bruder Sam unter. Beide sind ein eingespieltes Team, bis sie eine Vorladung zur Zeugenvernehmung noch an ihre alte Adresse zugestellt und von ihrer Ex-Freundin mit alten Sachen vor die Tür gelegt wird. Ihr Bruder Sam wird von einer Frau beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Rose, die nur schemenhafte Erinnerungen an die Nacht hat, weil sie eine dumpfe Geräuschkulisse in der Nacht aus dem Schlafzimmer ihres Bruders wahrgenommen hat, geht genau wie ihr Bruder von einem Missverständnis aus, steht aber nach der Zeugenaussage vor einem moralischen Dilemma zwischen geschwisterlicher Loyalität und Verantwortung.
Mit „Schwesterherz“ hat Regisseurin Sarah Miro Fischer einen Abschlussfilm inszeniert, der sich dem Thema Vergewaltigungen und dem Umgang damit aus einer interessanten Perspektive annähert. Statt der Opfer- oder der Täterperspektive den Raum zu geben, fokussiert sich der Film auf die Perspektive der Schwester des Täters und die moralische Zwickmühle die man als Schwester hat, wenn damit auch geschwisterliche und familiäre Loyalität eine Rolle spielt. Mit bewussten Leerstellen bietet der Film interessante und auch intensive Szenen, die zum einen durch den Ton und auch das nüchterne, bodenständige und bezüglich innerer Zerrissenheit greifbare Schauspiel von vor allem Marie Bloching in der Rolle der Rose besticht und es sich in seiner letztendlichen Auflösung und Aufarbeitung des Themas nicht unbedingt einfach macht und auf jeden Fall ein Film ist, der zu Diskussionen anregen kann und sollte.
„Schwesterherz“ - My First Look – 8/10 Punkte