A Cure For Helpless(ly in Love)
„Honey Bunch“ kann ein ziemliches Mysterium und Überraschungsei sein, wenn man vorher noch möglichst wenig über ihn weiß. Und wenn er bei euch besser ankommt und wirkt und nach vorne geht als bei mir… Zur Handlung nur so viel: Ein Pärchen geht nach einem schweren Autounfall in eine Art experimentelle Rehaklinik, da besonders die Frau starke körperliche wie erinnungstechnische Lücken und Traumata überwinden soll. Doch schnell platzen ihr in dieser rustikalen Villa trotz liebevoller Pflege ihres Mannes seltsame Dinge und Erinnerungsbruchstücke in die Heilung…
Liebe oder Egoismus?
Im Gewand von 70er-Horror-Mystery und mit etlichen Fragen, möglichen Wegen und einer glaubhaften Romance zu Beginn, hat „Honey Bunch“ eigentlich einige Möglichkeiten einen am Ball zu halten. Allein die Beleuchtung, die Ausstattung, der Nebel, die Textur des Bildes… exquisit! Doch leider schafft es „Honey Bunch“ eben nicht mich durchgängig bei Laune und am Rätseln zu halten - zumindest bis es die ersten handfesteren Antworten und Auflösungen gibt. Dann machen Konzept und Kokolores zuvor Sinn. Doch bis dahin ist’s hartes Brot. Beide Hauptfiguren haben zwar eine authentische Beziehung und sind lobenswert mal keine Supermodels, haben zudem noch ein paar knackscharfe Sprüche und Dialoge auf Lager - und trotzdem habe ich schneller das Interesse an ihnen und ihren Schicksalen verloren als mir lieb ist. Mindestens eine etwas fragwürdige Nebenstory noch mit ins Getümmel. Die ersten zwei Drittel von „Honey Bunch“ hätten entweder schnitttechnisch eine Straffung oder eben mehr Highlights (egal ob freaky oder spooky oder emotional) benötigt. Das Finnish entschädigt etwas. Der Look ebenso. Doch so richtig will ich mich da nicht nochmal hin durchbeißen…
Fazit: für mich zäher als er sein müsste. Die moody 70er-Tapete, das endlich aufklärende wie aufdrehende letzte Drittel und einige pikante Paardynamiken stimmen mich aber versöhnlich. Umso handfester und konkreter das Geschehen wird desto besser. Ein Genreliebling des Jahres ist das aber nicht von mir. Aber vielleicht der weird-romantischste Curveball?!