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Wenn Aliens aufkreuzen, ist es eigentlich nie eine gute Idee, sich in unterirdische Bunker zurückzuziehen, wie diverse Filme der vergangenen Jahrzehnte recht deutlich bebilderten. Dennoch setzt Regisseur und Co-Autor Brian Hanson auf jene Ausgangssituation, um den Extraterrestrischen entgegen zu wirken, was auf Dauer nur bedingt überzeugt.

Raumschiffe sind über einigen Gebieten aufgetaucht, doch noch findet keine Form der Kommunikation statt. Mikrobiologin Michelle und fünf weitere wissenschaftliche Experten werden in jeweils geheime Bunker verfrachtet, um an einer Biowaffe zu forschen…

So simpel die Story, so schlicht ist auch die Umsetzung. Immerhin sieht man zwischenzeitlich einige Raumschiffe, so dass das Szenario nicht nur bloße Behauptung bleibt. Denn ansonsten sind die wenigen Protagonisten von der Außenwelt abgeschirmt und kommunizieren ausschließlich über Monitore. Ein typischer Pandemie-Dreh. Isolation von der Außenwelt für mehrere Wochen führt, auch das ist nach einigen ähnlich gelagerten Beiträgen bekannt irgendwann zwangsläufig zu Wahnvorstellungen, Paranoia oder schlimmeres.

Die Bedrohung hält sich allerdings in Grenzen. Hin und wieder gibt es einen Alarm, da die Aliens Scans einsetzen, um die Kontrolle über die Menschen zu übernehmen. Hierfür wurde kurzfristig ein Stuhl entwickelt, auf den man sich normalerweise beim Zahnarzt und Gynäkologen setzen würde, welcher jedoch abschirmend wirken soll. Das Ableben einiger Nebenfiguren zeigt indes die offensichtliche Dysfunktionalität dieser Konstruktion.

Viel mehr ereignet sich lange Zeit nicht. Man entdeckt anhand von Gewebeproben ein Enzym, welches die Aliens von menschlichen Strukturen unterscheidet, es gehen einige Wahnvorstellungen um, die mit kurzen, blutigen Inserts einhergehen und auch einige Ableben gestalten sich halbwegs brutal, wenn jemand recht intensiv mit dem Kopf auf harte Widerstände stößt oder eine Messerklinge in der Kehle landet. Nur leider gestaltet sich das Geschehen kaum spannend, zumal sich einige Vorgänge lediglich wiederholen.

Zwei namhafte Mimen tragen kaum dazu bei, das Niveau der Chose anzuheben. Tobin Bell und Tony Todd müssen sich kaum anstrengen, um hin und wieder direkt in die Kamera zu sprechen, wogegen Chad Michael Collins und Hauptdarstellerin Chelsea Edmundson immerhin ein paar Emotionen abgerungen werden. Der zurückhaltend eingesetzte Score passt zur leicht klaustrophobisch angehauchten Atmosphäre und auch sonst ist der Ausstattung innerhalb des überschaubaren Rahmens wenig anzukreiden.

Ein minimaler Twist und ein stimmungsvoll bebilderter Ausgang kaschieren im finalen Akt noch ein wenig, doch überzeugend oder gar durchdacht kommen die rund 92 Minuten nicht rüber. Dafür mangelt es an Abwechslung und mitreißenden Momenten, jedoch auch an Tiefe hinsichtlich philosophischer Fragen. Sehen und vergessen oder gleich auslassen.
4,5 von 10



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