Review

Beine breit, ich komme! 

„Lesbian Space Princess“ ist ein süßer, persönlicher kleiner Animationsfreak aus Australien, der eine farbenfrohe queere Weltraumutopie zeichnet und von einer jungen lesbischen Prinzessin erzählt, ohne großes Selbstvertrauen und etwas langweilig, die ihre überaus selbstbewusste (Ex-)Freundin am anderen Ende der Galaxie aus der Gefangenschaft fieser straight white maliens befreien muss…

Selbstfindung & Selbstbefriedigung

Bei „Lesbian Space Princess“ fühlt man nahezu direkt und im Verlauf immer stärker, was für ein intimes, sensibles und persönliches Projekt das ist. Und mit dieser Verletzlichkeit, Ehrlichkeit und diesem Emotionschaos überbrückt der musikalische Spacemischmasch irgendwo zwischen „Sailor Moon“, „Big Mouth“ und „Rick & Morty“ jede noch so lange Durststrecke. Die straight white maliens sind meine Favoriten, da sitzt fast jeder Joke. Andernorts trifft nicht jeder Witz und manch eine Pointe lässt einen eher mit dem Kopf schütteln als zumindest schmunzeln. Aber allzu böse kann ich diesem jederzeit gut gemeinten Genremix nicht sein. Die tieferen Themen wie Depressionen, Selbstliebe und Sexualität werden stark eingeflochten. Die Stimmen bzw. Synchronsprecher sind allesamt unbekannt, frisch und haben glücklicherweise nicht zu viel Aussie-Akzent. Die Farben knallen wie Korken, die Wortwitze sprießen wie Schamhaare, Klischees und gesellschaftskritische Spitzen werden gekonnt und augenzwinkernd auf den Kopf gestellt. Die Laufzeit übertreibt es nicht. Und ein paar der ebenso augenzwinkernd komponierten Popsongs machen das Ganze zwar nicht direkt zum Musical, aber bleiben dennoch mehr im Ohr als sie eigentlich jedes Recht hätten. „Lesbian Space Princess“ ist einfach ziemlich süß, selbstkritisch und entwaffnend ehrlich. Nicht immer nonstop on point oder mit einem Höhepunkt nach dem nächsten. Ein bisschen mehr Action, Tempo oder der ein oder andere größere Setpiece hätten sicher nicht geschadet. Aber insgesamt hat das doch das gewisse Etwas, das ihn vom Animationseinheitsbrei abhebt. Und eben viel Herz und sexuelle Offenheit. Nicht perfekt - aber wer ist das schon?! 

Du verdienst mehr… Sperma auf die Windschutzscheibe! 

Fazit: Lesbisch, lustig, liebenswürdig. Oder zumindest mögenswürdig. Denn auch wenn man mit queeren sowie deepen Themen heutzutage sicher kein ganzes Rosenbeet mehr gewinnt… Ein bisexueller Blumentopf ist schon noch drin! 

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