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Nachdem sie einen True-Crime-Bestseller über ihre damaligen Erlebnisse mit ihrer Freundin Emily Nelson aka Hope McLanden geschrieben hat, die ihre eigene Zwillingsschwester Faith ertränkt und anschließend ihren eigenen Tod vorgetäuscht hatte, um die Lebensversicherung zu kassieren (siehe den Vorgänger "Nur ein kleiner Gefallen"), staunt Stephanie Smothers nicht schlecht, als Emily/Hope bereits nach fünf kurzen Jahren im Knast nun wieder auf freiem Fuß ist... und sie bittet, ihre Trauzeugin bei ihrer geplanten Luxus-Hochzeit auf Capri mit dem Mafia-Oberhaupt Dante Versano zu sein. Obwohl Stephanie ahnt, dass Emily vorhat, sich an ihr zu rächen, lässt sie sich von ihrer Assistentin Vicky breitschlagen, die Einladung anzunehmen und so möglicherweise Stoff für ein neues Buch zu sammeln und ihren schwindenen Follower-Zahlen auf Social Media entgegenzuwirken. Auf Capri stellt Stephanie fest, dass sich auch noch Emilys Ex Sean und ihr Sohn Nicky unter den geladenen Gästen befinden... und dass Portia Versano, die Mutter des Bräutigams, die Situation zusätzlich anheitzt, indem sie auch noch ihre demente Mom Margaret und deren Schwester Linda hat ankarren lassen. Natürlich dauert es nicht lange, bis es rund um die Hochzeit wieder zu einigen Merkwürdigkeiten und sogar einer Reihe von Todesfällen kommt... und dieses Mal sieht es so aus, als hätte Emily die Sache so gedeichselt, dass Stephanie vor der Polizei als Täterin dasteht... Die mal eher niedrig budgetierte 2018er-Thrillerkomödie "Nur ein kleiner Gefallen" war alles in allem betrachtet wohl erfolgreich genug und/oder hat sich zwischenzeitlich auch einen gewissen positiven Ruf erarbeitet, dass sich sowohl Regisseur Paul Feig als auch (fast) die gesamte Besetzung des ersten Teils zu dieser vorliegenden Fortsetzung haben breitschlagen lassen... wenn auch, wie bereits schon Feigs letztjähriger Komödien-Ofenschuss "Ein Jackpot zum Sterben!" wiederum "nur" als Amazon-Original auf Prime Video. Nun ja, die gute Nachricht zuerst: "Nur noch ein kleiner Gefallen" ist ein etwas besserer und launigerer Film geworden als der Vorgänger und zudem vom Umfang der Produktion als Streaming-Premiere schon ganz richtig aufgehoben, denn die ganz große Kino-Leinwand benötigt auch dieser Streifen wiederum nicht, da er in erster Linie erneut von dem Zusammenspiel von Anna Kendrick und Blake Lively lebt, die einen ausreichenden Unterhaltungswert aus dem Material pressen und die Angelegenheit ein wenig mehr glänzen lassen, als sie es verdient. Das korrekte Erwartungshaltungs-Management im Vorfeld spielt hier also eine wichtige Rolle für den Grad des eigenen Amüsements, denn natürlich ist das Ganze doch wieder mal mehr Hallmark als Agatha Christie und wirklich tiefgreifende Spannung oder harte Rätsel-Nüsse zum selber knacken braucht man hier wirklich nicht zu erwarten, wobei man für die wohl ins Auge gefasste weibliche Ziegruppe aber doch zumindest noch ein paar Schippen draufgelegt hat, was die Schauwerte in Form von traumhaften Locations und extravaganten Kostümen anbelangt (das Brautkleid in der Hochzeits-Szene ist schon ein Hingucker). Ach ja, Twists und Handlungs-Dreher sind so pulpig und banane wie schon im Vorgänger, aber ich glaube nicht, dass sich da irgendjemand großartig drüber echauffieren wird. Also, "Nur noch ein kleiner Gefallen" funktioniert mit seinen vielen, vielen (und teils auch zündenden) Witzchen als gänzlich anspruchsloser Zeitvertreib wie beabsichtigt. Das Ende teasert übrigens unverfroren einen dritten Teil an, auf den man dann hoffentlich nicht wieder sieben Jahre warten muss...

7/10

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