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Melancholisch, düsterer "Psychothriller mit Erotik-Touch" ohne aber jemals wie ein billiges Plagiat von "Basic Instinct" zu wirken. Jane Campion (Regisseurin / u.a. "Das Piano") streift in wunderschönen Bildern durch New York und gleichzeitig durch das Seelenleben der Hauptprotagonistin Frannie (Meg Ryan) auf ihrer haltlosen Suche nach Wärme und Liebe. Nur ihre Halbschwester Pauline (Jennifer Jason Leigh) kann ihr so etwas ähnliches wie Zugehörigkeit und Geborgenheit vermitteln. In weichen, schummrigen Einstellungen gelingt es diesem kleinen Meisterwerk eine alptraumhafte Atmosphäre zu erzeugen, die in machen Szenen doch arg an einen gewissen "David Lynch" erinnern. Und wie wir doch alle seit spätestens "Blue Velvet" wissen - lauert unter der schmierigen Fassade einer heilen Welt, dass unbeschreiblich bzw. unfassbare Böse, welches letztendlich doch jeder selbst in sich trägt und zu verbergen sucht. Unter diesem Aspekt funktioniert "In the Cut" hervorragend und zaubert durch eine superbe Kameraführung ein bitterböses Spiegelbild unserer Gesellschaft wieder, in welcher kein Platz für tiefgründige Emotionen und intakte Langzeitbeziehungen vorhanden zu sein scheint. Eigentlich wirt dieser Film mehr wie eine Parabel auf das (amerikanische) Leben, mit all seinen negativen Vorzeichen als ein Unterhaltungsfilmchen aus dem Spannungskinobereich. Betrachtet man diese gut 100-minütige Aufklärungsarbeit unter diesem Aspekt, wird er sicher nicht nur ein spärliches Publikum ansprechen und zum "Gedanken-machen" anregen. Verdient hätte es dieser Film allemal!

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