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Japan, 1461, das Volk im Shogunat Kyoto leidet unter einer Hungersnot, den Steuern und Abgaben der Feudalherren und der Gewalt von Geldverleihern. Tausende sterben. Durch seinen alten Freund Doken trifft Ronin Hyoe auf den jungen Saizo, den er Frosch nennt und ausbilden lässt. Gemeinsam führen Hyoe und Saizo einen Aufstand an, doch ihr Gegner ist Doken.


Muromachi Outsiders ist ein aufwändiger Historienfilm, dessen Ausstattung und Sets sehr gelungen sind. Insgesamt wirkt der Film optisch sehr ansprechend und gefällig. Zudem wartet er mit einer ordentlichen Geschichte und im Fall von Saizo mit einer ordentlichen Charakterentwicklung auf.

Tatsächlich cool ist da eine lange Szene ohne erkennbare Schnitte, wie man sie in den letzten Jahren ja häufiger zu sehen bekommt, in der sich Saizo gekonnt durch eine ganze Armee Feinde schnetzelt. In Sachen Blut hält sich der Samuraifilm übrigens relativ dezent zurück.


Allerdings ist der Film grad in den ersten beiden Dritteln nicht packend, keineswegs langweilig, aber die Geschichte nimmt trotz des dargestellten Grauens elendig verendender Menschen nicht mit. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass das letzte Drittel, das nahezu ausschließlich aus der Schlacht während des Aufstandes besteht, auch eher so dahinplätschert, obwohl das gut inszeniert ist und man den Überblick eher selten verliert.

Vollkommen unpassend kommt aber der Score daher. Lange hab ich nicht mehr einen Score gehört, mit dem so daneben gegriffen wurde. Rein musikalisch ist das wirklich gut, hört sich schön an, aber die Melodien wirken wie aus einem Italo-Western entliehen. Man wartet förmlich darauf, dass Franco Nero mit seinem Sarg im Schlepptau auftaucht. Und in einer der wenigen intensiveren Kampfszenen in der Schlacht wird statt mitreißender Musik irgendein leichtes, verspieltes Tralala gespielt.

Das Ende, also die letzte Szenen, wirken dann als i-Tüpfelchen regelrecht unbeholfen, mit der heißen Nadel gestrickt. Das ist einfach nicht rund.


Sympathische Darsteller, dank der missglückten Musik in einem "Italo"-Samurai-Western. Optisch fein, aber wenig packend.

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