Mad Hex
Der selbsternannte, tief gefallene und spürbare „Videospieler“ Paul W.S. Anderson macht einen Urlaub mit der Gattin samt Familie zwischen Greenscreens und Gähnen. Er verfilmt hier einen blassen Potpourri aus wiedergekäuten Ideen, Themen und Stimmungen irgendwo im hässlichsten Niemandsland zwischen seiner „Resident Evil“-Reihe, postapokalyptischem Brei, dem Snyderverse, Neo Western-Motiven und einer CGI-Toilettenspülung. Über einen mysteriösen Loner zwischen mächtiger Hexe und adeligen Intrigen in einer Welt nicht am Abgrund, sondern in allerlei Belangen längst im artifiziellen Abgrund… Eine Bankrotterklärung.
Was ein Matsch…
Normalerweise wollte ich hier weniger Hasstiraden loslassen. Davon hat die Momente Welt leider schon viel zu viel. Neid, Missgunst und Schadenfreude scheinen Hochkonjunktur zu haben. Und selbst in die miesesten Filme haben einige Leute dann doch viel Zeit, Geld und Herzblut investiert. Denke ich zumindest. Doch bei sowas wie „In The Lost Lands“ fällt mir das halbwegs Positiv- und Anständigbleiben echt schwer. Milla Jovovich ist noch immer eine attraktive Frau. Der Look ist zumindest aus einem (beschissenen) Guss. Regisseur Anderson sollte mir sympathisch sein, allein wegen seinem offenkundigen Gaminghobby und er hat mit sowas wie „Event Horizon“ ja vor einigen Jahrzehnten auch schon absolut ins Schwarze getroffen, einen modernen Klassiker auf die Beine gestellt. Selbst sowas wie sein „Death Race“-Remake konnte man noch locker gutheißen. Doch diese Zeit scheint längst abgelaufen und all sein Esprit, seine Kreativität, sein Wumms und sein Können scheint verflogen, verbraucht, verkommen. „In The Lost Lands“ tut in den Augen und der Seele weh! Er ist langweilig, austauschbar und ugly as fuck. Er steht in einer Reihe mit sowas wie „Borderlands“, „Morbius“ oder „Rebel Moon“ - und jeder weiß, dass das keine Reihe ist, in der man stehen will! Er stinkt übel wie ein Fisch von Kopf bis Flosse. Er ist ein reinrassiger und uninspirierter Zombiefilm - aus toten und seelenlos kopierten Teilen wesentlich besserer Franchises und Projekte! Dagegen sieht selbst sowas wie „The Last Witch Hunter“ mit Vin Diesel noch okay aus. Und ehrlich gesagt verliere ich etwas den eh schon kleinen Restglauben an die Menschheit (oder auch positiv gestimmtere Filmkritiker), wenn ich lese, dass man sowas wirklich genießen und gutheißen kann. Das kann doch mal fast gar nichts mehr… Schrecklich. Eine Jobsicherung für alle Beteiligten für ein paar Wochen oder Monate. Euch sei's gegönnt. Aber das Endprodukt… puh, das kriecht doch arg Richtung Bodensatz und frechstem Schlag in die Fresse. Ein Gähner. Und nichtmal halbwegs brauchbarer Eskapismus. Ärgerlich. Schlecht.
Ein Familienausflug für Milla und die Kids
Fazit: grau in grau in grau… Dumm in dumm in dumm… Flach in flach in flach… Was eine hässliche und seelenlose Zeitverschwendung - selbst für eine beliebige Videospielbackstory wäre das mager, selbst für Andersons in den letzten Jahren ohnehin schon mieses Niveau ist das mau! „In The Lost Lands“ ist komplett lost und unbrauchbar.