Review

He's Your Pusha, Man!


Zusammen mit „Shaft“ und vielleicht noch „Dolemite“ gilt „Superfly“ als Speerspitze des „Black Ghetto Cinema“ aus den 70ern und ist noch immer ein verdammt intensiver Gangsterfilm, eher Milieustudie und viel weniger „flashy“ als einige seiner pimpigeren Kollegen. Wir folgen Priest, einem ausgelaugten Koksdealer und Zuhälter, der ein letztes großes Ding drehen und dann aussteigen will…

Ehrlich gesagt kannte ich nur den superben Soundtrack, der sich exzellent gehalten hat und zweifellos für die Ewigkeit ist. Beim Film erwartete ich Pimps, Kokain, dicke Schlitten und Federboas, Prostituierte und Drogenrazzien. Und auch wenn man über Umwege fast all das auch bekommt, ist „Super Fly“ viel dreckiger, authentischer und mehr „strasse“ als ich es mir je hätte vorstellen können. Das Ding ist ungeschliffen, ungeschönt und ungeniert. Fast näher an sowas wie „French Connection“ oder am britischen Realismus als an übertriebenem, sich feiernden Blacksploitation. Und ich lieb's! „Super Fly“ erzählt von den Tönen des „Schwarzsein“, vom einzigen Ausweg weiter hinein, von Kriminalität als einzig halbwegs brauchbaren Lebensstil, vom Traum des Ausbruchs, von unterdrückter Polizeigewalt, vom Sog des Ghettos, von einem Mann, der es drauf hat, nichts mehr zu verlieren hat und der weiß, wohin er will - und der dennoch keine Chance zu haben scheint. Nichts ist hier comichaft überzeichnet, bunt oder bling-bling. Das ist kein Rapvideo. Das ist Ursprung davon, das zeigt brutal Probleme und Teufelskreise. Dinge wie die genialen Songs, die ausweglose Betonatmosphäre Harlems, die innige Badewannensexszene, alle Darsteller und Dialoge, gar eine minutenlange Foto-Montage zu Beginn des letzten Drittels - all das übersteigt seine Nische bei Weitem und wirkt wie the real deal! 

Fazit: der Soundtrack ist ein Meilenstein und der komplette Film einer der realistischsten, rausten und räudigsten Blaxploitationer überhaupt - dieser Priester haut dich von den Socken! 

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