London: Die Ex-Soldatin Joanna Locke, die auch 'ne schwierige Kindheit mit ihrem prügelnden Vater hinter sich hat, muss sich aktuell als Fensterputzerin durchschlagen und sich zudem auch noch um ihren autistischen Bruder Michael kümmern, der mal wieder aus einem Pflegeheim geschmissen wurde, weil er die Computer-Hackerei nicht bleiben lassen konnte. Während sie mit Michael im Schlepptau bis in den Abend die Außenseite eines Hochhauses reinigt, stürmen im Inneren des Gebäudes einige radikale Öko-Aktivisten mit Waffengewalt die Gala des Energie-Konzerns AGNAIN und nehmen den Vorstand sowie die Gäste als Geiseln. Während es dem vermeintlichen Anführer der Truppe Marcus Blake eigentlich nur darum ging, die verbrecherischen Machenschaften von AGNAIN ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, hat der "Antihumanist" Noah Santos, der es ganz gerne sehen würde, wenn die menschliche Rasse von der Erdoberfläche getilgt würde, andere Pläne: So fängt Blake sich flott 'ne Kugel ein und Santos macht sich prompt daran, aus den Anwesenden Geständnisse ihrer Missetaten herauszupressen, um diese im Internet zu veröffentlichen und anschließend das gesamte Gebäude mit allen darin befindlichen Personen in die Luft zu jagen. Zum Glück ist da aber noch Joanna, die mit ihren Militär-Skillz in Sachen Nahkampf und Feuerwaffen einmal feucht durchwischt... Schwer zu sagen, ob nun "Cleaner" oder doch "G20" das schlechtere "Stirb Langsam"-Rip-Off mit weiblichem John McClane-Ersatz von 2025 ist... ziemlich beschissen sind aber auf jeden Fall mal beide! Während der vorliegende Streifen dank der immer noch routinierten Inszenierung von Bond-Regisseur Martin Campbell und der nicht ganz so schodderigen VF/X möglicherweise sogar einen technisch etwas besseren Eindruck macht als der Amazon Prime-Mumpf, ist er inhaltlich doch mindestens genauso öde und dumm wie dieser... und was seine verbreitete Message anbelangt geradezu schizophren: So ist den Drehbuchautoren da offensichtlich erst mittendrin ein Lichtlein aufgegangen, dass der Klimawandel ja eigentlich echt mal nicht so knorke ist und sie im Grunde genommen ja mit der Aktivisten-Bagage sympathisieren, weswegen sie zu dem umgekehrten Hitchcock'schen Kniff greifen und hier mal mittendrin den Antagonisten austauschen mussten, womit im selben Rutsch dann auch die Motivation der Ökos in den sinnlos psychopathischen Bereich verschoben wird. Dass der Trailer einem da aber noch Clive Owen als Ober-Bösewicht verkauft hat, ist dann auch mal der absolute Beschiss, denn der räumt schnell das Feld und lässt sich bereits nach wenigen Minuten Screen-Time erschießen! Damit hat er es aber immer noch besser getroffen als Daisy Ridley, die hier zwar doch eigentlich - ziemlich fehlbesetzt, imo - die taffe Action-Heldin geben soll, den größten Teil der Laufzeit allerdings doch nur in ihrer Fensterputz-Gondel hockt, sich die Angelegenheit von außen betrachtet und nicht wirklich etwas von Belang zu tun bekommt. Die meiste Action (zumeist hektisch montierte Fights und ein paar CGI-Explosionen) wird da doch tatsächlich geballt in die letzten 25 Minuten gepackt, davor ist das Ganze eigentlich nur eine tödlich langweilige Mogelpackung. So wird das nichts mit dem Female Empowerment! Der letzte wirklich pralle Streifen von dieser Sorte war tatsächlich "Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr" von 2013 und der wischt mit "Cleaner" einhändig den Boden... und selbst 30 Jahre alter Videotheken-Krempel wie "Shadowchaser" oder "Deadly Takeover" macht da im direkten Vergleich selbst heutzutage immer noch erheblich mehr her! Damit hat Martin Campbell es mit 85 Jahren nun also doch noch geschafft, den eh bereits ziemlich miesen "Dirty Angels" nochmal zu unterbieten und seinen schlechtesten Film abzuliefern, eigentlich echt traurig.
3/10