Es geht auch für Statham dahin…04.07.2025
Der Rahmen
Die Story paßt auf einen Bierdeckel…Levon Cade, Ex-irgendwas, arbeitet als Bauleiter. Als die Tochter seines Chefs entführt wird, nimmt er sich der Sache an und verspricht, die Tochter wiederzubringen. Nebenbei kümmert er sich auch um seine eigene Tochter, die beim Großvater lebt, aber dieser Nebenplot ist völlig unerheblich. Wir wollen Statham sehen, der sich von den niederen Rängen einer - natürlich - russischen Gangsterorganisation bis oben durchmetzelt, um seinen Auftrag zu erfüllen. Hilfe erhält er dabei von einem blinden Ex-Militärkollegen, doch auch diese Nebengeschichte ist völlig unerheblich, weil…genau, wir warten auf Blut und Gewalt…und das machen wir ganz oft in diesem viel zu langen Film
Gucken oder nicht?
Ich rate mit Nachdruck ab.
Warum?
Wo anfangen…die Story ist eine ganz öde Geschichte, die in dieser Art schon vielfach genutzt wurde und vor allem eines bietet: den legendären Anlaß zum Aufräumen, über den ich schon in vielen Kritiken geschrieben habe. Was die Story aber leider nicht bietet, ist Sinn. Etwa nach 60 Minuten ist Jason bei einem hohen Boß der Russen im Haus, weiß genau, daß am Verschwinden des Mädchens beteiligt ist…und dann vergehen sinnfreie 30 Minuten mit viel Geschwätz und dummen Drehbuchvolten, bevor Jason wieder auf den Russen trifft und nun Ernst macht. Dergleichen Probleme mit der Story gibt es zuhauf, und man weiß auch schon, daß das nichts wird, als die ersten Russengangster mit bunten Anzügen die Bühne betreten…Regisseur Ayer möchte hiermit wohl eine Comicanleihe ins Spiel bringen, doch das ist einfach nur dumm. Dumm sind auch zahlreiche Nebenfiguren und Dialoge, es gibt kein „sich-nach-oben-arbeiten“, stattdessen darf auch noch eine schwarze Gang mittun. Man könnte sich darüber freuen, weil dadurch mehr Personal für Gefechte zur Verfügung steht, aber die Actionszenen, von denen es viel zu wenig gibt, kochen absolut auf Sparflamme, die Einstufung „ab 18“ ist unverständlich – und dann ist jeglicher Kampf auch noch hektisch geschnitten und rasch vorbei. Statham wirkt seltsam unbeteiligt, packt auch kaum mehr Kampfkunst aus und ist an diesen Film verschenkt, der in Summe wirklich nur eines ist. Ein langweiliger, schlecht gemachter Lebenszeitverschwender. Man wartet auf das große Aufräumen, doch dieses nimmt gerade mal die letzten fünf! Minuten des Films ein…was für ein Reinfall.
Die Note
Ich habe mich wirklich auf den Film gefreut und bin daher umso mehr enttäuscht, wie schwach er geworden ist…lieber Leser, nimm lieber einen alten Seagal aus den frühen Neunzigern und gucke diesen, statt Dich bei einer wirklich öden Geschichte zu langweilen. Schwache Action, schwaches Drehbuch, schlechte Darsteller in einem insgesamt schlechten Film…3/10.