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Die Bedeutung des Wortes Mukbang, habe ich vor dem Film nachgeschaut. Es kam mir asiatisch vor, und so war es auch. Es ist ein Internet-Trend aus Südkorea, bei dem Menschen im Live-Stream vor der Kamera essen. Aber keine Sorge, es wird hier nicht groß zum Thema gemacht und man muss sich nicht viele Online-Streams und irgendwelche Internetspielereien anschauen.

Es ist etwas überraschend, weil es sich bei dem Film nicht um einen typisch billigen Splatterfilm handelt, in dem man möglichst das Kannibalenthema auf die immer gleiche Weise ausschlachtet. Es liegt vielleicht auch daran, weil eine Frau hier für Regie und Drehbuch verantwortlich war. So legt der Film viel Wert auf die beiden Hauptcharaktere, denen man viel Zeit gibt, sie mit allen ihren Stärken und Schwächen kennenzulernen. Hauptsächlich sind es die Schwächen, denn beide haben große psychische Probleme.

Der Anfang ist zwar interessant, weil man Wichtiges über beide Charaktere erfährt, aber braucht zu lange, um in Fahrt zu kommen. So ein Film muss eigentlich keine so lange Charaktereinführung haben. Bei einer Laufzeit von knapp 100 Minuten, hätte man es etwas verkürzen können.

Nach einer halben Stunde geht es dann endlich mit dem eigentlichen Kannibalenthema los. Das erste Opfer und das Essen des Fleisches. Ab da wird es spannender und man weiß nicht, wie das alles Enden soll. Von Hochzeit bis sich gegenseitig aufessen, wäre alles möglich, denn beiden Charakteren ist alles zuzutrauen. Die überraschende Wendung gegen Ende, habe ich als erfahrener Horrorfan irgendwann geahnt. Durch diese Wendung wird es aber sehr spannend und hier konnte ich nicht vorhersehen, wie es endet.

Die Regisseurin Aimee Kuge ist ein Fan von handgemachten Effekten, und das sieht man hier auch. Der Film bietet zwar nicht so viele Splattereffekte, aber dafür qualitativ sehr gute. Besonders schön sind die Leichen und deren Inhalt. Die eine Szene mit dem Armbruch hat es in sich, weil sie überraschend kommt und schmerzhaft aussieht.

Beachtlich ist, dass der Debütfilm der Regisseurin in nur zwei Wochen abgedreht wurde. Die verschiedenen Genres Horror, Comedy, Drama und Liebesfilm, wurden hier gut gemixt. Man darf gespannt sein, was sie in Zukunft noch so machen wird, denn das war schon mal ein gelungener Einstieg ins Horrorgenre.

Fazit: Eine leckere Speise, die etwas zu lange bei der Vorbereitung braucht, aber am Ende schmeckt sie und man wird fast satt.






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