Rami Malek ist ein schauspielerischer Unfall, ich musste also leider hinschauen. Natürlich war das Thema auch so recht interessant, ein Tastatur-Geist wird zur Kampfmaschine. Ja, das lässt dich und mich in Träumereien schwelgen. Den Nerd trifft der Hauptdarsteller selbstredend perfekt, den Mann in Aktion so schlecht wie eben du und ich es vermutlich würden. Naja, ehrlichgesagt, Konzept und Besetzung passt dann doch irgendwie.
Trotz aller Besetzungs-Abneigung hing meine Aufmerksamkeit also an der einfangenden Geschichte und ihren gedanklichen Hintergründen. Wie nachhaltig kann ein Verlust einen verändern? Wie weit ist man bereit zu gehen? Was bringt einem Vergeltung überhaupt? Wer ist der Feind unserer Welt? Wie beruhigend ist es dann doch, eher weit weg vom vermeintlich großen Zirkus zu sein!? In all den Fragen steckte ein mitreißender Faktor, trotz allem unrealistischen, aber unterhaltsamen, Quatsches an der Oberfläche. Dazu die beruhigende Gewissheit, dass der vermeintliche Oscar-Darsteller, nach dem fraglichen Hype, jetzt wieder in den filmischen Gefilden wandert, in die er gehört. Eben der eher zweiten Reihe, welche qualitativ nicht zwingend schlechter sein muss.