Review

Wenn japanische Actioner früh in unrealistische Gefilde abdriften, steckt oftmals eine Manga-Vorlage dahinter. So auch bei der erst dritten Regiearbeit von Seiji Tanaka, dessen simple Mixtur an eine Mischung aus „Raid“, „The Crow“ und „John Wick“ erinnert.

Einst war Sakato ein erfolgreicher Auftragskiller, doch als maskierte Bewaffnete seine Familie töten und ihn lebensgefährlich verletzen, landet er im komatösen Zustand für 12 Jahre im Gefängnishospital. Als ein Scherge von einst ihn erkennt, erwachen schlagartig die Lebensgeister in Sakato und er wird all jene heimsuchen, die seine Familie auf dem Gewissen haben…

Bereits in den ersten fünf Minuten spritzt der rot Lebenssaft munter in alle Richtungen, als Sakato ein gut bewachtes Domizil der Yakuza aufsucht und ohne weitere Hilfe mehr als ein Dutzend Typen niedermetzelt. Das gibt schon mal eine launige und durchaus blutige Marschrichtung vor, denn mit vereinzelten Gegnern gibt sich die gebeutelte Hauptfigur erst gar nicht ab.

Die Story bleibt dabei so dünn, dass sie auf die Rückseite eines Kassenzettels (Wocheneinkauf für einen Single) passt: Gut gegen Böse, nur wenige (eventuelle) Verbündete, aber auch eine überschaubare Figurenkonstellation, denn die Identitäten hinter den Masken stellen beileibe keine Überraschung dar. Die jeweilige Charakterisierungen fallen so flach aus, dass eine Portion Humor schmerzlich vermisst wird, da sich der Stoff durchgehend sehr ernst nimmt.

Trotz des scheinbar eindeutig wegweisenden Titels finden sich keine übernatürlichen Elemente, mal abgesehen von der raschen Erholung des Mittelpunktkämpfers, der es binnen weniger Minuten vom leicht sabbernden Komapatienten zum wendigen Killer von einst schafft, - reden muss er dabei ja nicht.

Glücklicherweise beschäftigt sich der Stoff nur ganz am Rande mit emotionalen Nebensächlichkeiten und konzentriert sich in angenehm regelmäßigen Abständen auf die Ein-Mann-Armee an unterschiedlichen Schauplätzen wie Fabriken oder Hochglanz-Tower.
Da der Kerl seine Gegner dutzendweise umnietet, überspringt man gar kurze anstehende Passagen, gönnt sich den Blick durch Außenfenster, ist jedoch wieder recht nah dabei, als es im engen Treppenbereich schrittweise nach oben geht.

Die Fights sind weitgehend sauber choreographiert, anbei wird auch geballert und mit Hieb- und Stichwaffen ausgeteilt, wobei das Blut auch mal aus dem Rechner stammt und weniger überzeugend eingesetzt wird. Dennoch stehen am Ende ein paar Dutzend tote Gegner und man stampft noch zwei kleine Wendungen aus dem Ärmel, welche hingegen weitaus weniger überraschen, als wahrscheinlich anberaumt.

Darstellerisch sollte man keine großen Leistungen erwarten und auch sonst ist inszenatorisch nicht mit auffälligen Kniffen zu rechnen. Der Score treibt, zumeist mit leicht rockigen Klängen passabel an und auch bei der Wahl der Schauplätze gibt man sich stilsicher.
Ansonsten ergibt sich ein über weite Strecken unterhaltsames Gemetzel, welchem es jedoch an markanten Eigenheiten fehlt, um mehr als nur zur Berieselung zu dienen.
6,5 von 10

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