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Einfach mal zwei gestandene Mimen wie Harvey Keitel und Ron Perlman vor der Kamera platzieren und sich streiten lassen, - schon ist die Meßlatte relativ hoch angesetzt. Der eher als Schauspieler bekannte Regisseur Steven Brand findet allerdings kaum ein probates Mittel, um aus seinem Thriller mehr als Standardware zu schustern.

Joe Baby ist Geldeintreiberin und hat einen riesigen Fisch an der Angel. Aufgrund eines Immobiliengeschäfts geht es um 10 Millionen Dollar. Als sie im Bereich der Geldwäsche weiter ermittelt, fällt auch der Name ihres verstorbenen Vaters, welcher einst einer ähnlichen Tätigkeit nachging…

Es ist ein wenig Ironie im Wandel der Zeit, denn früher hätte man eine derartige Heldin womöglich mit Kelly Hu besetzt, doch genau die verkörpert inzwischen die betagte Mutter der Heldin, welche von Dichen Lachman recht überzeugend gespielt wird. Ihr Typ ist kühl und berechnend, jedoch nicht gänzlich emotionslos, wobei vor allem ihre Entschlossenheit dazu beiträgt, am Ball zu bleiben.

Allerdings bleibt das Universum rund um Korruption, enttäuschte Loyalität und Täuschung weitgehend überschaubar. Die oben erwähnten Mimen stehen für zweifelhafte Geschäftsleute, während einige Randfiguren mitmischen, damit Joe ab und an auch körperlich aktiv werden muss. Für minimale Auflockerungen sind indes Joes Arbeitsgeber und ein windiger FBI-Mann zuständig, wogegen sich mit der Auftraggeberin eine Romanze anbahnt, die recht eindeutige Züge eines Neo-Noir aufweist. Der ansonsten eher unauffällige Score greift diesbezüglich auffällig deutlich auf die Harmonien von „Basic Instinct“ zurück.

Leider ist in Sachen Action nicht allzu viel mitzunehmen. Einmal explodiert etwas in etwas weiterer Entfernung und man muss an mehreren Stellen Kugeln ausweichen, doch so richtig zugelangt wird leider nur zum Einstieg, wobei sich der Härtegrad auf einem angemessenen Level einpendelt. Spezifische Schauwerte bleiben kaum hängen, allenfalls die malerische Küstenlandschaft während einiger Bootsfahrtsequenzen.

Letztlich versucht die Geschichte viel zu erzählen, doch allzu viel Substanz ist nicht vorhanden. Zwar kommt es im finalen Akt noch zu ein, zwei kleinen Wendungen oder Erklärungen, doch bahnbrechende Enthüllungen finden nicht statt. Immerhin vermag der Ausgang zufrieden zu stellen und aufgrund durchweg solider Darstellerleistungen und passablen Handwerks sind die rund 87 Minuten nicht gänzlich verloren. 
5 von 10

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