Es gibt 2 Arten von Filmen bei denen ich regelmässig das Würgen kriege. Zum einen bei Schmonzetten à la Julia Roberts und Co und bei Filmen die wie Videospiele wirken.
Und da heute mal meine masochistische Ader hervorkam gab es einen Film der zweiten oben genannten Kategorie, nämlich „Hart am Limit“
Hart am Limit ist bereits die Story:
Der obercoole Biker Ford hat es sich mit nem anderen obercoolen Biker verscherzt, lässt seine Freundin sitzen und verzieht sich für ne Weile nach Thailand. Aus Sehnsucht nach der holden Maid kehrt er zurück und legt sich prompt mit dem alten Rivalen an.
Man merkt bereits ab der ersten Minute das hier die Produzenten von „Fast and furious“ am verantwortlich sind, denn bereits die allerersten Bilder zeigen erneut hochgeschraubte Reisschüsseln, die jedoch schnell von unserem coolen Biker verheizt werden.
Kurz darauf wird auch gleich die rivalisierende Gang etabliert, die vom coolen Ice Cube angeführt wird, der irgendwie den ganzen Film über verdammt angepisst aus der Wäsche schaut. Nach einer Weile hab Cube sogar nen Grund dafür, da sein „Bro“ umgenietet wird und Ford der Mord in die Schuhe geschoben wird.
Wer sich nun wundert warum ich so verdammt oft „cool“ schreibe, dem sei gesagt das die „Coolness“ dieses Filmes regelrecht penetrant demonstriert wird. Coole Kerle, heisse Miezen, schnelle Öfen, coole Gangtaz mit voll fetten Tatoos und Klamotten und fett krazze Bike-Action wie man sie von der Playstation kennt... es wirkt so verdammt aufgesetzt und einfach nur noch lächerlich.
Das ganze gipfelt dann in 2 der lächerlichsten Actionszenen aller Zeiten. Zum einen haben wir da eine Verfolgungsjagd AUF und IN einem fahrenden Zug incl. Explodierendem Motorrad, welches derartig (computeranimiert) in die Luft geht als hätte es 10 Kilo TNT geladen. Und als ob das noch nicht lachhaft sei wird das ganze noch getoppt wenn sich der coole Ford auf eine Maschine mit Düsenantrieb setzt, beim Anfahren Passanten wegbläst, von 0 auf 300 in unter 10 Sekunden beschleunigt, so das beim Vorbeifahren die Scheiben der Autos zerspringen, sich bei diesem Affenzahn mit einem anderen Biker kloppt und schliesslich auch noch einen astreinen Salto macht. Dieser Schwachsinn ist leider nicht erfunden, sondern passiert wirklich so in diesem Film. Das schlimmste daran ist die Tatsache, dass der ganze Bockmist auch noch aussieht als sei es ein Videospiel, aber das tut es fast immer wenn es auf den Bikes schnell wird.
Ein weiterer Lacher ist der (ebenfalls obercoole) „FBI-Agent“, der vielleicht gerade mal Mitte 20 ist, sich wie ein absoluter Volldepp kleidet und dadurch nie ansatzweise glaubwürdig wirkt.
Tja.. und da der Film ja offensichtlich für die noch leicht beeinflussbaren Kidz gemacht ist wurde auf eine Art und weise Product Placement betrieben wie ich sie selten sah. Allein in einer Szene in der 2 Motorräder aufeinander zufahren ist an beiden Startpunkten ein grosses Reklameschild perfekt mitten im Bild und ein anderes Mal wird mal eben kurz zum Agenten geschaltet, nur damit man sehen kann das coole Leute Pepsi trinken.
Das bei all diesem die Story zur unnötigsten Nebensache der Welt verkommt und die Figurenzeichnung sich darauf zu beschränken scheint zu demonstrieren was für „coole Mothafuckaz“ man bewundern soll ist ja wohl klar.
Das einzig Positive ist letztendlich das die Action und die Figuren derartigen Schwachsinn bieten, dass man regelrecht in Lachkrämpfe (oder wahlweise Heulkrämpfe) ausbrechen muss.
Fazit:
Videospiel ohne Joypad, aber dafür mit aufgesetzter Coolness und miesen, übertriebenen und lächerlichen Effekten.
1 Punkt da man sich vor Lachen stellenweise kaum halten kann und dafür das ein cooler Gangzta in Close Up eins auf die Fresse bekommt.
Es bleibt aber Actionkino zum Abgewöhnen und Verdrängen.
Als Trash ist das Ding allerdings ein Knaller.
1 von 10