Hier wird unter Zeitdruck ein Kriminalfall mit Hilfe der Vorratsdatenspeicherung und Rasterfahndung sowie KI versucht zu lösen. Die drei Hauptdarsteller bilden zusammen eine Spitzenbesetzung für den Film. Endlich mal ein Film, der die KI nicht verherrlicht, sondern in ein kritisches Licht rückt. Egal wie ausgefeilt und fortschrittlich sie auch wird - sie ist nie fehlerfrei, ohne menschliche Intuition, bleibt unflexibel und korrumpierbar durch ihre Kontrolleure/Urheber. Die Geschichte setzt mächtig auf Zeitdruck, schnelle Schnitte und Action - eine Idee, die funktioniert. Die Story ist runder, als in den meisten anderen Produktionen, hat jedoch leider auch ein paar Logikfehler. Eine KI kann nicht von ihrer Programmierung im gezeigten Umfang abweichen, sie lässt sich nicht bequatschen. Eine Welt, in der es keine Privatsphäre mehr gibt, können sich Menschen nicht mehr frei entfalten, sondern nur noch innerhalb eines Rahmen an Regeln. Wer wird diese Regeln machen? Diejenigen, welche heute die Regeln befolgen sollen und bei Ungehorsam bestraft werden, haben sie nicht gemacht. Was, wenn Geisteskranke oder Tyrannen die KI sukzessive kapern? Die KI ist ein Irrweg - dieser Film trägt ein kleines Stück dazu bei, den Menschen dies begreiflich zu machen - so komfortabel und nützlich sie auch erscheinen mag - sobald sie zu viel Raum einnimmt, beginnt sie zerstöerisch und schädlich zu wirken. Die Ursachen des gesellschaftlichen Niedergangs und der hohen Kriminalität werden leider nicht näher beleuchtet. Einer Zivilisation, welche solchen Entwicklungen nicht rechtzeitig entgegentritt, wird auch mit Hilfe der KI langfristig nicht überleben, sondern hat nur etwas Zeit gewonnen. Die Machart des Films könnte Leute, welche die Einblendung von grafischen Benutzeroberflächen nicht mögen, womöglich stören - hier ist das Stilmittel jedoch passend.
Fazit: Action, Spannung, clevere Story, tolle Schauspielleistungen, spitzen Effekte, brandaktuelles Thema mit Anspruch und Denkanstössen - sehenswert. (8/10)