Die Vorgeschichte zu „The Parenting“ setzt nicht nur 1983 ein, das Werk scheint auch von ähnlich gelagerten Streifen aus jener Zeit inspiriert zu sein, als Dämonenfilme wie Pilze aus dem Boden schossen. Bei der Mischung aus Horror und Komödie überwiegt allerdings letzteres.
Beim Paar Rohan (Nik Dodani) und Josh (Brandon Flynn) liegt ein Antrag in der Luft. Deshalb werden die jeweiligen Eltern (Brian Cox und Edie Falco, Dean Norris und Lisa Kudrow) zwecks Kennenlernens in ein altes Landhaus geladen. Wer rechnet auch damit, dass das WLAN-Passwort die Beschwörungsformel für einen Dämon darstellt…
Horrorkomödien hatten es in den vergangenen Jahren nicht immer leicht, von daher ist es umso erfreulicher, dass Regisseur Craig Johnson einen Versuch unternimmt, einen unbeschwerten Trip zu liefern, der zwar oftmals oberflächlich bleibt, jedoch einen nicht unerheblichen Unterhaltungswert mitbringt. Mit der überschaubaren Figurenkonstellation wird man schnell warm, wobei der Horror, bis auf die kurze Exposition, erst einmal im Hintergrund bleibt und man es eher mit einer Beziehungskomödie zu tun hat.
Bissige Kommentare und unterschwellige Feindseligkeiten halten das Gefüge jedoch bei Laune und als sich einer der Anwesenden negativ verändert, wähnt man sich zwar in vertrauten Gefilden, doch das flotte Tempo kaschiert über weite Teile den Mangel an Einfallsreichtum in Richtung Horror. Denn diesbezüglich kommt man leider nicht über zwei kurze Zombieerscheinungen hinaus, während Gewalteinlagen für die Chose rein gar keine Rolle spielen.
Vielmehr setzt man auf das Zusammenspiel der Figuren, wenn eine ehemalige Psychologin auf eine eher unbedarfte Hausfrau (im Taxi-Schlafanzug) trifft, während man etwaige Beleidigungen mit der Begründung einer Besessenheit abtun kann. Anbei sind kleine Kläffer immer für abstruse Situationskomik gut, nur das wahrlich Böse will nicht so recht in Erscheinung treten, wahrscheinlich, weil man Angst hatte, die gute Laune (ungewollt) zu durchbrechen. Etwas mehr Wagemut hätte da sicher geholfen.
Entsprechend lebt das Unterfangen von der Spielfreude sämtlicher Beteiligter, wobei eine Parker Posey als dubiose Vermieterin und Vivian Bang als leicht aufdringlicher Sidekick nicht unerwähnt bleiben sollten. Besonders Brian Cox sticht in einigen Momenten mit unerwarteten Nuancen hervor. Zwar bleibt der Score eher zweckdienlich, doch wenn am Essenstisch ein Song von Kim Wilde unbeholfen angestimmt wird, bleibt das im Verlauf nicht ohne Konsequenz.
Als Horrorfreund hätte man sich durchaus noch etwas mehr Grusel und düstere Abwechslung gewünscht und auch die Geschichte an sich bleibt in allen Belangen simpel und vorhersehbar. Während die wenigen Effekte überzeugen, dominiert die charmante Zusammenstellung, welche zwar harmlos, aber mit Kurzweil daherkommt.
6 von 10