Alle Hörner längst abgestoßen
Der ewig junge Paul Rudd ist in Vaterrollen angekommen. Er und seine scheinbar ähnlich ewig junge Filmtochter Jenna Ortega fahren ein Einhorn an und schleppen es in die pompöse und abgeschiedene Waldvilla eines superreichen, sterbenden Pharmamagnaten - was nicht nur der Legende nach alles andere als Glück bringt…
Ready or Schrott… Here comes nothing!
Ist das der schlechteste A24-Film seitdem das Produktionsstudio bekannter wurde? Mh, definitiv ein Anwärter darauf, würde ich sagen. Mich konnte „Death of a Unicorn“ leider gar nicht überzeugen! Erst recht gemessen an der Prämisse, den Möglichkeiten, den Personen und dem prestigeträchtigen Produktionsstudio. Für mich der „Cocaine Bear“ dieses Jahres. Eine Enttäuschung nahezu auf ganzer Linie. Ich hatte „Death of a Unicorn“ gefühlt schon seit Jahren auf dem Schirm, seitdem es hieß, dass John Carpenter wohl den Score zu dem bonkers Konzept macht. Aber nichts da war’s. „Death of a Unicorn“ ist leider viel eher Wünsch-dir-was als Schau-dir-das-an. Auch ohne Carpenter ein paar nette, pushende Synthiemomente - geschenkt! Zwei, drei saftige Kills - okay! Will Poulter und Richard E. Grant wissen als Einzige, in was für einem Film sie im besten Fall gelandet sein könnten - gebe ich ihm! Doch ansonsten ist das eine ziemlich öde Nummer - und die Shitshow glitzert trotz Einhörnern noch nichtmal! 15 Millionen Budget - muss alles an die Stars gegangen sein. Die CGI-Pferdchen sehen übel aus. Rudd und Ortega laufen komplett auf Klischee-Autopilot. Tonal ist das eine frustrierende Berg-und-Talfahrt. „Death of a Unicorn“ weiß null, was er denn nun am ehesten sein will. Mal zu dödelig, mal zu blödelig, mal zu steif, mal zu streng. Locker 30 Minuten zu lang, zu ihm als 80-Minüter wäre ich sicher gnädiger gewesen. Aber so aufgeblasen… puh. Eine Tortur, eine einschläfernde Kakophonie. Ein Projekt, bei dem es scheinbar keinen klaren Richtungsgeber gab. Und der letzte, eindeutige Beweis, dass natürlich auch A24 fehlbar ist. Heiße Luft. Lauwarmes Wiehern. Lieber Scheuklappen drauf. „Death of a Unicorn“ hat keinen Sattel und ist doch nur so wild wie ein Meerschweinchen. Da ist der eine kurze Moment in „Cabin in the Woods“ mit diesem Konzept ja schon besser…
One-Trick-Pony… mit Horn, ohne Hirn
Fazit: kein Horror, keine Horrorkomödie, kein Trash, kein A24, keine erfolgreiche Mixtur… Alles höchst einschläfernd, artifiziell und blass. Seelenlos, führerlos, planlos. Vielleicht sogar noch ein Stückchen mehr als damals der Bär auf Koks. Ehrlicherweise nie totaler Müll. Aber vollwertig vergessenswert.