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Vater Elliot und Tochter Ridley (Paul Rudd und Jenna Ortega) überfahren auf dem Weg zu einem wichtigen Businessmeeting in einem entlegenen Naturschutzgebiet ein Einhorn. Als Elliots dahinsiechender Boss per Zufall herausfindet, dass Blut und Horn des Fabelwesens lebensverjüngende Kräfte haben, wittert die Pharmafamilie das Geschäft ihres Lebens. Dummerweise lebte das Einhorn nicht allein in den Wäldern und so wird das Chalet bald von den rachedurstigen Einhorneltern belagert. 

Autor und Debütegisseur Alex Scharfman hatte eine nette „Was wäre wenn“-Idee – aber offenbar keine Ahnung, wie es nach dem interessanten Auftakt weitergehen sollte. So probiert er sich im Wechsel an plakativer Business-Satire, splattrigem Creature Feature und kitschigem Familienmärchen, vermag jedoch keins der Genres so richtig zu erfüllen. Das wäre im Grunde nicht schlimm, wenn der Film insgesamt nur nicht so unlustig und langweilig wäre. 

Und das ist angesichts des Killer-Casts ein echtes Vergehen: Paul Rudd ist liebenswert verschusselt wie immer, einem anderen Hauptdarsteller hätte man es wahrscheinlich aber nicht verziehen, das versehentlich angefahrene Einhorn noch mit einer Eisenstange zu „erlösen“ und sich dann an seiner Ausbeutung zu beteiligen. Richard E. Grant und Téa Leoni spielen die korrupten Familienoberhäupter ebenfalls erwartbar unsympathisch, Will Poulter albert kurzbehost als verzogener Sohnemann durch den Film, während Jenna Ortega ihre übliche Stoik zugunsten familienfreundlicher Einhornsorge zurückstellt. Highlight sind jedoch die beiden Bediensteten Griff und Shaw, die von Anthony Carrigan (BARRY) und der viel zu selten prominent eingesetzten Jessica Hynes (SPACED, SHAUN OF THE DEAD) wunderbar mit Eigenleben gefüllt werden. 

Dass der Film seinen Darstellern in keinster Weise gerecht wird, ist schade, aber dieses Schicksal teilen sie mit dem Publikum.

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