Zwei talentierte Schauspielergrössen wurden hier leider vergeudet. Kamera, Atmosphäre, Kulissen, Musik, Schnitte soweit alles wunderbar. Nur ist die Story ein fragmentiertes Durcheinander. Es ist sehr unglaubwürdig, dass der "Buchhalter" im Stande ist, Zusammenhänge herzustellen, die sich auch beliebig anders sinnvoll anordnen liessen, er aber genau die richtige Kombination trifft. Realismus braucht man überhaupt nicht erwarten. Mal wieder wird dünnes Autoblech als Deckung genutzt und das Fahrzeug fährt und fährt und fährt, egal wie viele Maschinengewehrsalven darauf abgefeuert werden. Ein mehrfach angeschossener, verletzter kämpft nach zwei drei Schnitten bereits wieder wie ein Profi-Athlet. Das völlig zusammengeballerte und durchsiebte Auto lässt sich sogar nochmal starten und erneut fahren? Ein Gangster steht mitten auf der Straße, hört aber das sich annähernde Auto nicht und wird überfahren - Hörgerät ausgefallen? Kinder müssen gerettet werden, wieso aber ermorden die Gangster diese nicht gleich an Ort und Stelle? Eine ganze Horde Gangster steht da und wartet bis sich The Accountant mit seinem Killerbruder endlich im Auto annähern, damit sie alle in den Suizid gehen können und sich abknallen lassen? Stationäre Heckenschützen treffen nichts, aber aus dem fahrenden Auto heraus, sitzt jetzer Schuss im Ziel.Ja, es gibt einige gut gemachte Szenen und auch gelungene kleine Situationskomik. Affleck miemt den ganzen Film über den autistisch, verbitterten Stoiker mit Grummelgesicht.
Fazit: Mit einer durchdachteren und abgerundeter erzählten Story und glaubwürdig realistisch logischen Schusswechseln sowie Actionszenen hätte das Machwerk richtig gut werden können, doch in der abgelieferten Form ein hohler Schnellschuss. Braucht man nicht anschauen, es gibt viel bessere Actionfilme. (4/10)