iHaveCNit: Warfare (2025) – Ray Mendoza / Alex Garland – Leonine / A24
Deutscher Kinostart: 17.04.2025
gesehen am 28.04.2025
Kinopolis MTZ – Kino 12 – Reihe 16, Platz 15 – 19:50 Uhr
Am 19 November 2006 darf eine Einheit der Navy Seals in einem umkämpften Gebiet im Irak in einem Wohnhaus einen Scharfschützen-Außenposten für die US Marines besetzen. Doch schon nach kurzer Zeit der Observation der umliegenden Häuser kommt es zu Angriffen auf das Wohnhaus und die Einheit steht einem Kampf ums Überleben und einem Kampf gegen die Zeit gegenüber.
Filme, in denen wir einer Gruppe an Soldaten in einem umkämpften Gebiet beim Kampf ums Überleben erleben dürfen gibt es ja schon einige – erinnern wir uns einfach mal an Ridley Scotts „Black Hawk Down“, an Peter Bergs „Lone Survivor“, an Michael Bays „13 Hours – The Secret Soldiers Of Benghazi“, an Rod Luries „The Outpost“ - und sicherlich viele weitere Beispiele der zurückliegenden Filmgeschichte. Da stellt sich die Frage, ob wir überhaupt da noch einen Film in dieser Kategorie benötigen und was das Duo aus Ray Mendoza und Alex Garland dem Ganzen noch mit dem Film „Warfare“ geben möchte. Der Kriegsveteran Mendoza war auch in beratender Funktion bei Garlands letztem Film „Civil War“ beteiligt und nun darf er gemeinsam mit Garland in inszenierender Funktion tätig sein. Garlands Filme konnten mich in den letzten Jahren durchaus begeistern, aber man kann durchaus sagen, dass sein symbolischer Ansatz eine gewisse Distanz, Kühle und Neutralität bei der Sichtung und Analyse seiner Werke zurücklässt. Egal ob er sich mit künstlicher Intelligenz, Krebserkrankungen und mentaler Gesundheit, toxischer Männlichkeit oder auch dem Wesen der Kriegsberichterstattung beschäftigt hat. In „Warfare“ verarbeitet Mendoza eigene Erfahrungen aus seiner Zeit als Soldat und er hat die im Film erzählte und inszenierte Situation selbst erlebt. Aus seinen Erfahrungen, Erinnerungen und die seiner damaligen Kameraden haben er und Garland den Anspruch einen möglichst immersiven, realistischen Blick auf die Ereignisse von damals zu bieten und uns mit diesem Mix aus Survivalthriller, Kammerspiel und Antikriegshorror das Ereignis nahezu in Echtzeit an der Seite der Soldaten zu erleben. In seinem Anspruch auch auf politische Neutralität lässt es sich durchaus nicht vermeiden nicht neutral zu bleiben und auch ein wenig unentschlossen zu wirken. Richtig interessant fand ich die audiovisuelle Gestaltung des Films und da vor allem ein sehr eindringliches und intensives Erlebnis im Bereich des Tons. Ebenfalls unentschlossen ist es dann auch leider, wenn der Film in seinem Anspruch auch auf inszenatorische und erzählerische Neutralität und Immersion dann mit dem Einsatz von klassischen filmischen Mitteln und dem für Biographien üblichen Vergleichen von Darstellern und ihren Rollen genau diesen Anspruch ein wenig bricht. Insgesamt ein interessanter Film, der mir durchaus gefallen hat, aber ich selbst irgendwie ähnlich unentschlossen zurückgelassen worden bin. Und so bin ich eher geneigt meine letztendliche Wertung genau von dem ersten Gefühl abhängig zu machen, das ich nach dem Verlassen des Kinosaals bei dem Erlebnis, diesem doch sehr immersiven und schonungslosen Film hatte.
„Warfare“ - My First Look – 7/10 Punkte