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Was können Filme? Unterhalten, in jeglichen Unterformen, allgemein als Kunstwerk fungieren oder einfach eine Stimmung transportieren. Letzteres war ohne Frage das Anliegen von „Warfare“, allgemein die von Kriegsfilmen. Eine abschreckende Wirkung, obwohl es natürlich auch Exemplare gibt, welche die, bei genauer Überlegung fragliche, Aufgabe des Action-Entertainment haben. Naja, Krieg ist aber leider nicht geil, dazu aber später mehr.
Der Cast hatte mich erstmal abgeschreckt. Aber gut, Soldaten sind tatsächlich nicht selten halbstarke Heranwachsende, die nicht wissen, was sie tun. Wir, oder besser gesagt die US-Imperialisten, sind also, mittels ihrer bedauernswerten Handlanger, mal wieder in einem fernen Land unterwegs, um Kriegsverbrechen unter fadenscheinigen Gründen durchzuführen. Eine Momentaufnahme einer Konfliktsituation, ein zeitlich begrenztes Szenario einer wirklich passierten dramatischen Begebenheiten, überliefert von Co-Regisseur Ray Mendoza. Von Alex Garland hätte man vermutlich mehr als einen Film erwartet, von dem es an sich schon Unmengen gibt, aber das eher unerwartete Release spricht für ein schnelles Projekt mit überschaubarem Aufwand und Fokus auf vor allem auf Authentizität. Vielleicht auch einem Statement zum momentanen Zeitgeist, welches ihm gerade jetzt am Herzen lag. Ich kann nur sagen gelungen, auch ohne den Status größerer Klassiker-Qualitäten. Die Ausrichtung als Antikriegsfilm ist offensichtlich, auch wenn irgendwelche Schreihälse das anders werten. Kein Charakterbuilding, keine Helden, keine Protagonisten, keine Täter, keine Opfer. Beziehungsweise nur sowohl also auch. Die einfachen Menschen, Werkzeuge der Mächtigen, zur falschen Zeit an den falschen Ort befohlen. Befehlsmasse, Menschenmaterial, Anonyme Zahlen, Schachfiguren. Garland bemüht sich das deutlich zu machen, aber die meisten sind bekanntlich schwer von Begriff. Keine Filmmusik, laufende soldatische Missgeschicke und Versagen, Schwäche, wenn man das überhaupt so nennen kann, in jeder Minute. Es ist nicht die Zeit für einen solchen Film, zumindest lassen uns das die bezahlten Medien mit ihrem Verriss wissen, wir Schafe sollen gerade jetzt Hurra zum Krieg schreien. Dann lieber einen stylischen Armee-Werbe-Clip, um die jungen Leute mit falscher Darstellung in ihr Verderben zu schicken. Die Schachspieler wie Merz, Trump, Putin und Selenskyj sitzen in ihren Büros, deren Familie und Freude werden der Front auch fernbleiben, die fallenden Figuren sind du und ich. Da die jungen Leute immer lieber aktuelles Material sichten als sogenannte „alte Schinken“, sollte dieser Film aktuell Pflichtprogramm sein, vielleicht in der Schule, statt dem Besuch des Herrn Offizier. Film 7/10, Projekt 10/10.

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