Größere Transportfahrzeuge wie Schiff, Zug oder eben Flugzeug haben im Thriller oft eines gemein: Man kann nicht ohne Weiteres entkommen. Darauf zielt die Dynamik der Geschichte ein wenig ab, welche den Zuschauer eine Weile gekonnt an der Nase herumführt.
Politikstudentin Claire benötigt eine Auszeit und will sich per Nachtflug zwei Wochen Paris gönnen. Zuvor trifft sie in einer Bar einen ominösen Fremden, danach erwacht sie mit Filmriss im Flieger und kann sich nicht einmal erinnern, wie sie selbigen bestieg. Es mehren sich Hinweise, dass jemand unter den Passagieren ein falsches Spiel treibt…
Ohne wesentliche Inhalte vorwegzunehmen, - der Stoff verdeutlicht einmal mehr, seinen Drink niemals unbeaufsichtigt stehen zu lassen, schon gar nicht in Gegenwart eines Fremden, dem man nie zuvor begegnete. Indes weiß das Publikum nie mehr als Hauptfigur Claire, welche möglicherweise unter einer Psychose leidet. Im Spiegel spricht sie sich Mut zu und entdeckt Notizen, die möglicherweise gar nicht existieren. Eine ominöse Pillendose befindet sich in ihrem Handgepäck, wogegen das Mobiltelefon komplett leer ist und das Notebook erst gar nicht an Bord gelangte.
Was die leicht bedrohliche Perspektive verstärkt, ist die Kamera in Hinblick auf Gesprächspartner, welche oft in Nahaufnahme aus schrägem Winkel abgelichtet werden. Manche Gesichter wirken geradezu verzerrt, - es fehlt nur noch ein eisiges Lächeln und man könnte sich in „Smile“ wähnen. Die wenigen Passagiere verhalten sich teils recht merkwürdig, so dass auch eine groß angelegte Verschwörung infrage käme, wodurch das Rätselraten zusätzlich angeheizt wird.
Natürlich erscheinen Claires Handlungsweisen nicht immer rational und zuweilen wundert man sich schon, wie unbedarft manche Leute die Regeln an Bord augenscheinlich ignorieren.
Doch die zahlreichen Fragen halten bei Laune, die Erzählung konzentriert sich ohne Schnörkel auf das Wesentliche und man fiebert unweigerlich einer erklärenden Auflösung entgegen.
Diese folgt zwar, doch sie dürfte die Gemüter eher spalten, denn in diesem Kontext tun sich nicht wenige neue Fragen auf. Hier verpasst man es, schlüssige Erklärungen etwas detaillierter nachzuliefern, woraufhin die letzten Einstellungen etwas zu holprig nachgeschoben werden.
Immerhin zündet das Konzept über weite Teile, darstellerisch wird passabel geliefert und der Score unterstreicht die eigentümliche Stimmung an Bord mit nur wenigen Mitteln durchaus gekonnt. Entsprechend vergehen die 91 Minuten quasi wie im Flug, der für manche eventuell auch eine Bruchlandung markieren könnte. Insofern mit nicht zu hoher Erwartungshaltung herangehen.
Knapp
6 von 10