Review

Nicht allzu sicher im Muttersattel

Wie weit gehst du für dein Kind? Was weißt du von deinem Kind? Was glaubst du deinem Kind? Wozu ist dein Kind in der Lage? Wozu bist du als Elternteil in der Lage? Wann lässt du dein Kind fallen? Wieviel lässt du durchgehen und dir gefallen? "Echo Valley" (Apple+) erzählt als Thriller von einer Mutter, die Pferde züchtet und von ihrer komplizierten, drogenabhängigen Tochter, die eines Tages plötzlich wieder vor ihrer Tür steht, vor eine moralische Meisterprüfung gestellt wird...

Wiehern und Wahnsinn

Große Kinder - große Probleme. Jeder der meint, dass kleine Kinder und Racker schon anstrengend sind, sollte nicht unterschätzen, was für Probleme, Krisen und Trauer auf einen zukommen können, wenn die eigenen Kinder auch schon (nahezu) erwachsen sind. Das ist kein Muss, das wünscht man keinem - aber mit diesem beängstigenden Gedanken spielt jedenfalls "Echo Valley". Und er stellt die vielleicht schmerzhafteste Frage: Wann lässt man seine Kinder fallen oder einfach ihre eigene Scheiße auch alleine lösen? Tut man das überhaupt? Und wenn ja, ist man dann ein schlechter Elter? Mit Psychothrillervibes a la "Cape Fear", grandiosen Darstellern, moralischen Dilemmas und einem enorm hochwertigen "Apple-Look" kann "Echo Valley" erstmal oberflächlich punkten. Sydney Sweeney zeigt erneut, dass sie weit mehr als nur glänzende Oberfläche ist. Julianne Moore ist eh legendär gut. Und viele bekannte Charaktergesichter in Nebenrollen (Gleeson ist so gut!) pimpen die Sache weiter. Ein solider "Mamathriller" soweit - also ein Krimi, den du gut und gerne und gefahrlos mit deiner (eventuell etwas zartbesaiteteren) Mama gucken kannst. Erst recht bei den Themen und Charakterbeziehungen. Würden sich dann nicht mehr und mehr Ungereimtheiten, Dummheiten und Frustrationen in das Drehbuch einschleichen, die "Echo Valley" herunterziehen, kaum noch nachvollziehbar machen und im Endeffekt deutlich schädigen. Nicht komplett in den roten Bereich. Aber trotzdem genug um ganz sicher nicht mehr eine Empfehlung oder ein Hit für Apple zu sein. Logik, Sinn und Nachvollziehbarkeit, geschweige denn Sympathien, sind halt glasklare Ankerpunkte eines jeden Films mit denen er steigen oder sinken kann... Und in der Beziehung verkackt es "Echo Valley" einfach.

Fazit: großartig gespielt, edel gefilmt, frustrierend geschrieben und halbgar umgesetzt... "Echo Valley" ist anfangs und teilweise gut. Hätte aber noch viel besserer, cleverer und böser sein können. Ja fast müssen.

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